Favre tritt in Gladbach zurück

Pep Guardiola (links) gratuliert Sebastian Rode zu seinem tollen Spiel. Der bisherige Ersatzspieler überzeugte dieses Mal über 90 Minuten. Bild: dpa

Überraschende Wende in der Gladbach-Krise: Trainer Favre ist zurückgetreten, er glaubt nicht mehr an die Wende. Der Club ist schockiert und fassungslos. Der Coach habe "Fakten geschaffen, die uns bis ins Mark treffen", sagte Clubchef Rolf Königs.

Mönchengladbach. (dpa) Lucien Favre hat Borussia Mönchengladbach mit seinem überraschenden Abgang vor den Kopf gestoßen. Aufgrund der Talfahrt mit fünf Niederlagen in Serie reichte der Schweizer nur 24 Stunden nach der Derby-Pleite beim 1. FC Köln am Sonntagabend seinen Rücktritt ein. "Nach reiflicher Überlegung und eingehender Analyse bin ich zu der Erkenntnis gekommen: Es ist in dieser Situation die beste Entscheidung, mein Amt als Cheftrainer bei Borussia Mönchengladbach niederzulegen", teilte Favre in einer schriftlichen Erklärung der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagabend mit.

Der Club betonte, dass dies keine einvernehmliche Trennung sei und man mit Favre weiter arbeiten wollte. Man habe in einem langen persönlichen Gespräch den Rücktritt abgelehnt und stehe weiterhin uneingeschränkt und voller Überzeugung hinter dem Trainer, teilte Borussia mit. "Mit seinem öffentlich gemachten Rücktritt hat er nun Fakten geschaffen, die uns bis ins Mark treffen", sagte Clubchef Rolf Königs. "Wir haben mit Lucien Favre viereinhalb überaus erfolgreiche sportliche Jahre hinter uns und sind sehr traurig, dass dieser gemeinsame Weg nun offenbar zu Ende ist." Der Trainer stand zwar nach den jüngsten Niederlagen in der Champions-League beim FC Sevilla (0:3) und im Derby in Köln mächtig unter Druck.

Doch im Club war man sich sicher, mit dem Schweizer aus der Krise zu kommen. Sportdirektor Max Eberl hatte noch am Samstag erklärt: "Wir gehen da gemeinsam durch. Selbst wenn die Spirale jetzt möglicherweise weitergeht."

"Doch der Trainer war wohl anderer Meinung und wählte am Sonntagabend einen Weg, der die Verantwortlichen vor den Kopf gestoßen hat. "Ich habe nicht mehr das Gefühl, der perfekte Trainer für Borussia Mönchengladbach zu sein", erklärte Favre. "Da muss ich ehrlich zu mir und meinen Partnern professionell sagen: Es geht um den Verein, um den Mythos Borussia! Ich muss diese Entscheidung für Borussia und die Zukunft treffen."
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