FC Amberg besiegt FC Schweinfurt 05 mit 4:1
FC bleibt zuhause eine Macht

Symbolbild: Ziegler

Nach dem 4:1 (1:0) gegen Schweinfurt bleibt die Rost-Elf am Schanzl weiter ungeschlagen

Amberg. (lst) Der Fußball-Regionalligist FC Amberg bleibt zuhause eine Macht und weiterhin in dieser Saison ohne Niederlage. Nach dem 4:1 gegen Memmingen, dem 4:2 gegen Nürnberg und dem 1:1 gegen Ingolstadt ließ die Mannschaft von Trainer Timo Rost am Samstagnachmittag vor knapp 900 Zuschauern ein 4:1 (1:0) gegen den 1. FC Schweinfurt folgen. „Ein wichtiger Sieg, durch den wir den Abstand nach hinten vergrößert haben“, sagte nach dem Schlusspfiff Teammanager Hubert Kirsch.
Und ein mehr als verdienter, wie auch die Coaches Rost und Gerd Klaus unisono in der Pressekonferenz analysierten. „Wir haben, wie schon in den letzten Wochen, zu viele individuelle Fehler gemacht. So kann man kein Spiel gewinnen“, sagte der Schweinfurter Übungsleiter. Nach dem 1:2-Anschlusstreffer sei sein Team am Drücker gewesen und dann habe man nach einer erneuten Nachlässigkeit den nächsten Nackenschlag erhalten. „Davon haben wir uns nicht mehr erholt.“

Rost sah einen „überlegenen Erfolg“ seiner Truppe gegen einen Gegner, der lediglich durch Standardsituationen Gefahr ausgestrahlt habe. „Aber das haben wir gewusst. Schweinfurt provozierte viele Fouls und wollte so zu den Standards kommen. Aber wir haben als Team sehr gut funktioniert“, bilanzierte er weiter. Denn die Unterfranken seien aus dem Spiel heraus fast zu keiner Möglichkeit gekommen.

Rost konnte gegen die Schweinfurter bis auf Andreas Graml seinen kompletten Kader ins Rennen schicken. Der Verteidiger laboriert an einer schmerzhaften Knochenhautentzündung am Schienbein und am Knöchel und muss vorerst zwei Wochen pausieren. Für André Karzmarczyk kam ein Einsatz noch zu früh, ebenso für Benjamin Werner. Und Frank Lincke musste wegen eines Blutergusses im Oberschenkel passen, er steht erst wieder in der nächsten Woche zur Verfügung. Für ihn begann dieses Mal Sven Seitz, ansonsten vertraute Rost auf die gleiche Startelf wie beim 3:4 in Regensburg.

Auf Schweinfurter Seite musste Trainer Gerd Klaus auf den rotgesperrten Johannes Bechmann und auf Florian Wenninger (5. gelbe Karte) verzichten. Zudem ließ er Kevin Frey zunächst auf der Bank. Für Bechmann und Frey rückten gegenüber dem 1:1 gegen Augsburg Manuel Müller und Michael Kraus in die Anfangsformation. Nach einer Gedenkminute für den diese Woche verstorbenen Ex-DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder rollte der Ball, wobei Rost mit einer neuen taktischen Variante aufwartete: Thomas Schneider spielte erstmals vor der Viererkette des FCA und fühlte sich in dieser Rolle sichtlich wohl und tat dem FCA-Spiel gut.

Vom Anpfiff weg wurde deutlich, dass die Partie ein hartes Stück Arbeit für die Vilsstädter werden wird. Schweinfurt stand gut organisiert und lauerte auf Konter. Erstmals gefährlich vor dem gegnerischen Strafraum tauchte aber der FCA auf: In der vierten Minute schickte Seitz Wieser, doch der wurde von Manuel Müller gerade noch abgegrätscht. Das erste Mal jubeln durften dann dennoch die Gastgeber: Nach einem Pressschlag, an dem Wiesner beteiligt war, kullerte das Leder zu Marco Wiedmann, der es geschickt ins lange Eck verlängerte (10.).

Ein Treffer, der den Gelb-Schwarzen Sicherheit verlieh, so dass es in der 14. Minute die nächste Möglichkeit gab: Wiesner deckte einen langen Ball geschickt ab, doch sein Drehschuss um Manuel Müller herum segelte knapp am rechten Pfosten vorbei. Von Schweinfurt war fast eine halbe Stunde lang nichts zu sehen. Bis zur 24. Minute, als Christopher Kracun einen Freistoß aus 18 Metern um die Amberger Mauer schlenzte, aber Keeper Matthias Götz blitzschnell abtauchte und zur Ecke lenkte. Ansonsten waren Möglichkeiten der Unterfranken Mangelware.

Anders die Amberger, die durch Kai Hempel und Wiesner Chancen im Doppelpack hatten: Zunächst verzog Hempel seine Volleyabnahme um Zentimeter am langen Pfosten vorbei (32.), ehe der ungemein aktive und rackernde Wiesner mit seinem Versuch aus 14 Metern in Schweinfurts Schlussmann Christopher Pfeiffer seinen Meister fand (33.) und vom „Schnüdel“-Torwart nach feinem Zuspiel von Julian Ceesay gerade noch am 2:0 gehindert wurde (39.). Lediglich Schweinfurts Bastian Lunz sorgte nochmals für etwas Gefahr vor dem FCA-Tor, doch sein Schuss aus 25 Metern war für Götz kein Problem (40.), so dass es beim verdienten 1:0 für die Gastgeber blieb.

Während Schweinfurt unverändert in die zweiten 45 Minuten ging und laut Klaus „geordneter von hinten raus spielen wollte“, brachte Rost bei den Gelb-Schwarzen für Sven Seitz mit Michael Dietl einen frischen Akteur: Ein Wechsel, der sich sogleich bezahlt machen sollte: Denn Dietl schirmte im Strafraum der „Schnüdel“ geschickt den Ball ab, steckte auf den mitgelaufenen Oliver Gorgiev durch, der eiskalt aus acht Metern aus halblinker Position zum 2:0 (48.) vollstreckte.

Die Freude darüber sollte aber in einer immer hektischer und nicklicher werdenden Begegnung nicht lange währen. Ein Freistoß wurde von der FCA-Defensive so unglücklich verlängert, dass Marco Janz völlig frei am langen Pfosten nur noch einschieben musste (53.). Die ständigen Provokationen und kleinen Fouls von beiden Seiten zeigten in der Folgezeit Wirkung – der Spielfluss, vor allem auf Amberger Seite, war komplett weg. Logische Folge: Die Unterfranken hatten in der 68. Minute durch Philip Messingschlager, der aus 28 Metern abzog, die nächste Chance. FCA-Torhüter Götz musste sich dabei schon gewaltig strecken, um den Schuss zur Ecke zu lenken.

Für die endgültige Entscheidung gegen immer weiter aufrückende Gäste sorgte dann der eingewechselte Junior Torunarigha per Doppelpack: Bei zwei Kontern lief er alleine auf Pfeiffer zu und behielt zweimal die Nerven (69./72.). Wobei er beim zweiten Treffer schon weit Richtung Grundlinie abgedrängt war, aber dann cool dem Schweinfurter Schlussmann aus spitzem Winkel durch die Hosenträger schoss.

Der FCA-Stürmer wurde dann auch noch von Manuel Müller an seinem dritten Treffer gehindert, der Schweinfurter hielt ihn einfach am Bei fest und sah dafür zu recht Rot (82.). Amberg beendete dann ebenfalls nur mehr mit zehn Mann das Spiel, denn Torunarigha musste verletzt runter und nachdem der FC schon dreimal gewechselt hatte, gab es keine weitere Möglichkeit mehr. Am Ausgang der Partie sollte dies aber nichts mehr ändern.
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