FC Amberg besiegt TSV 1860 München II mit 2:0
Der Bann ist gebrochen

Symbolbild: dpa

Amberg. (lst) Der Bann ist gebrochen: Der Fußball-Regionalligist FC Amberg hat am Samstagnachmittag vor 1134 zahlenden Zuschauern nach drei sieglosen Spielen in Folge wieder einen Dreier eingefahren. Die Mannschaft von Trainer Timo Rost setzte sich im Stadion am Schanzl gegen den TSV 1860 München II mit 2:0 (1:0) durch. Ein enorm wichtiger Sieg, wie der Blick auf die Tabelle zeigt, denn trotz seiner nun 16 Punkte ist der FC weiterhin nur drei Zähler vom ersten Abstiegsrelegationsplatz entfernt.

Das sah auch Ambergs Coach so: „Wir haben endlich einmal wieder zu Null gespielt. Zuletzt waren wir an unserer Chancenverwertung gescheitert. Dieses Mal hat sich mein Team für den betriebenen Aufwand belohnt.“ Eben dieses Manko bemängelte auf der anderen Seite 1860-Trainer Daniel Bierofka: „Wie schon in den letzten Partien nutzten wir unsere Möglichkeiten leider nicht und kassierten beide Gegentreffer nach individuellen Fehlern. Da waren wir einfach zu passiv“, sagte er. Enttäuscht war er vom „emotionslosen Auftritt seiner Truppe“ in der zweiten Hälfte. „Darüber wird noch zu reden sein“, so Bierofka.

Fast 230 Karten gingen im Vorverkauf für das Gastspiel der „kleinen Löwen“ über den Tresen – neuer Rekord. Auch ansonsten durfte sich der FC über regen Zuschauerzuspruch freuen, immerhin gibt es in der Oberpfalz zahlreiche 1860-Fanclubs, so dass fast 300 blau-weiße Anhänger den Weg ins Stadion am Schanzl fanden. Dort begrüßten sich die beiden Trainer Timo Rost und Daniel Bierofka vor dem Spiel aufs Herzlichste, standen lange am Spielfeldrand und fachsimpelten.

Angeschlagene Spieler

Sicherlich nicht über die Aufstellung, die dann – vor allem seitens der Gäste – doch einige kleinere Überraschungen in sich hatte – nicht so bei den Vilsstädtern. Bei den Gastgebern fehlten die angeschlagenen Benny Werner und Andreas Graml sowie der gesperrte Junior Torunarigha. Ansonsten vertraute Rost exakt der Aufstellung, die zuletzt beim 0:1 in Bayreuth von Beginn an aufgelaufen war.
Die Oberbayern hingegen mussten mit Richard Neudecker und Emanuel Taffertshofer zwei Akteure an den Profikader abgeben. Dafür bekamen sie von oben Stürmer Fejsal Mulic als Verstärkung, der sogleich in der Anfangsformation stand. Dort fanden sich auch die zuletzt grippekrankten Andreas Scheidl, Angelo Mayer sowie Felix Weber, der wegen muskulärer Probleme bei der letzten Partie gefehlt hatte.

Zum Geburtstag von Innenverteidiger Julian Ceesay begannen die Gelb-Schwarzen, wie Rost vorhergesagt hatte: Offensiv ausgerichtet, den Weg nach vorne suchend. Aber auch 1860 versteckte sich nicht, griff die FCA-Spieler früh an und kam nach 60 Sekunden erstmals gefährlich vors Amberger Tor. Doch Nico Kargers Hereingabe fischte FC-Keeper Matthias Götz weg. Vor allem der Umstand, dass die Münchener hoch anpressten, schmeckte den Gastgebern zunächst überhaupt nicht.

FCA-Schlussmann pariert prächtig

So klatschte eine Flanke von Michael Kokocinski in der siebten Minute auf die Latte, ehe Kagers Flachschuss (11.) aus linker Position weit am langen Pfosten vorbeisegelte. In der 14. Minute wäre fast das 1:0 für 1860 gefallen, als Mulic nach einem Konter alleine auf Götz zulief und aus zwölf Metern abzog. Doch der FCA-Schlussmann parierte prächtig. Auf der Gegenseite setzte sich Sebastian Hauck im Strafraum durch und zog ab, wobei er dabei aber noch gestört wurde. Auch wenn der Amberger Angreifer einen Elfmeter monierte, war es keiner (15.).

Es entwickelte sich eine intensiv geführte Partie, in der beide Mannschaften ihr Heil in der Offensive suchten. 1860 wirkte technisch etwas reifer, der FC hielt mit Kampf dagegen. Und hatte in der 25. Minute die nächste Möglichkeit zum 1:0, als Michael Dietl aus halbrechter Position draufhielt, jedoch Michael Netolitzky im Löwen-Tor blitzschnell abtauchte. Immer mehr befreiten sich die Vilsstädter vom hohen Anfangsdruck der Gäste, die in Kager (20.) die Führung auf dem Fuß hatten. Doch wiederum klärte Götz den 14-Meter-Schuss.

Amberger gehen in Führung

Aus dem Nichts dann die Amberger Führung, als die Münchener Abwehr einmal nicht konsequent genug zu Werke ging und Sebastian Hauck aus elf Metern irgendwie das Leder über die Linie beförderte (35.). Bierofkas Wunsch, endlich einmal in Führung zu gehen, wurde wieder einmal nicht erfüllt. Die Folge waren wütende Angriffe der Oberbayern, die sich aber an der gut gestaffelten FC-Defensive die Zähne ausbissen, so dass es beim 1:0 des FC zum Seitenwechsel blieb.

Die Gäste brachten zu Beginn des zweiten Durchgangs mit Nicolas Helmbrecht für Fabian Hürzeler eine frische Kraft. Amberg begann in unveränderter Aufstellung. Und wiederum drängten die Löwen nach vorne, während es der FC mit Konter versuchte. Für die Münchener hatte erneut Hager die erste Möglichkeit der zweiten 45 Minuten, als er aus spitzem Winkel in Götz seinen Meister fand (53.).

Keine nennenswerte Chancen

Der endgültige Weckruf für den TSV, der die Rost-Elf in der Folgezeit in deren Hälfte einschnürte. Aber wirklich Konstruktives fiel der Truppe von Bierofka nicht ein, um die FC-Abwehr auszuhebeln. Zumal der Spielfluss aus dem ersten Durchgang durch viele kleine Fouls im Mittelfeld verloren ging. Die Folge: Es gab keine nennenswerte Chancen auf beiden Seiten, viel spielte sich zwischen den beiden Strafräumen ab. Höhepunkt war dann der verbale Ausrutscher von TSV-Trainer Bierofka gegenüber dem Linienrichter. Der Münchener Coach wurde daher auf die Tribüne verbannt (77.).

In der Schlussphase setzten die Gäste logischerweise alles auf eine Karte, während der FC seine Konterchancen nicht konsequent genug zu Ende spielte. Die beste Möglichkeit hatte noch Sven Seitz mit seinem Freistoß, den aber Netolitzky abwehrte (89.). Besser machte es Thomas Schneider (92.): Er lief alleine auf Netolitzky zu, behielt die Nerven und schob den Ball durch die Beine des Schlussmanns zum entscheidenden 2:0 ins Netz.

Aufstellung

FC Amberg:
Götz – Gorgiev, Plänitz (58. Göpfert), Ceesay, Knorr (75. Schneider) – Wiedmann, Hempel, Lincke, Dietl – Wiesner (65. Seitz), Hauck.
TSV 1860 München II:
Netolitzky – Kokocinski, Mayer, Weber, Yegenoglu (60. Katidis) – Hürzeler (46. Helmbrecht), Seferings, Andermatt, Scheidl (74. Bachschmid) – Mulic, Karger.
Tore: 1:0 Hauck (35.), 2:0 Schneider (92.).
Zuschauer: 1134.
Schiedsrichter: Thomas Färber (Augsburg).
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