FC Amberg - Helmut Schweiger tritt zurück
Rücktritt zum Ende der Saison

Helmut Schweiger hat seit drei Jahren beim FC das Sagen. Der ehemalige Verteidiger der Schwarz-Gelben kündigte am Montag seinen Rücktritt als Verantwortlicher an, nicht aber als Geldgeber. Bild: Ziegler

Amberg. (tk) Wenige Tage vor dem ersten Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Regionalliga sind sich die Verantwortlichen des TV 1861 und des FC Amberg einig: Die Fußballer sollen zur neuen Saison in eine eigene GmbH ausgegliedert werden. Damit einhergeht der Rücktritt von FC-Boss Helmut Schweiger.

Aus sportlicher Sicht liegt der FC Amberg in der Bayernliga voll im Soll. Der zweite Platz berechtigt zu den Entscheidungspartien um den Aufstieg in die vierthöchste Liga. Der Gegner steht noch nicht fest, das Hinspiel ist entweder am Dienstag, 26. Mai, oder Mittwoch, 3. Juni. Von Tragweite ist aber auch die Entscheidung, die am Donnerstag, 11. Juni, die Mitglieder des TV 1861 zu treffen haben. An diesem Abend will Vorsitzender Thomas Bärthlein die Zukunft der Fußballer klären lassen.

Kurz vor Ausgliederung

Als ranghöchstes Gremium stehe der Turnerrat hinter dem unter Federführung von Dr. Manfred Postler (bis zu seiner Pensionierung Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Nürnberg) erarbeiteten Modell, die erste Mannschaft in eine GmbH umzuwandeln, aber im Verein zu belassen. Bärthlein auf Nachfrage: "Der Turnerrat wollte eine gute und zukunftsfähige Lösung innerhalb des TV." Die sei nun gefunden. Gesamt-Vorstand und Fußball-Leitung seien sich bereits einig und hätten nach einer 30-monatigen Vorlaufzeit am Freitag vergangener Woche beschlossen, jetzt an die Öffentlichkeit zu gehen.

Die Zustimmung der Mitglieder allein wird aber nicht reichen. Da sich das Fußball-Stadion am Schanzl seit dem Konkurs des 1. FC Amberg im Besitz der Stadt befindet, muss das Einverständnis auch aus dem Rathaus kommen. Dort vertritt OB Michael Cerny die Meinung, dass es durchaus sinnvoll sei, "bestimmte Risiken aus dem Hauptverein auszugliedern". Rein formell müsse auch der Stadtrat sein Okay geben, das neue Konstrukt sei aber in erster Linie ein Angelegenheit zwischen dem TV und seiner Fußballsparte.

An der Spitze der neuen GmbH soll laut Thomas Bärthlein der Neumarkter Hubert Kirsch stehen, der bisher als Teammanager an der Seite von FC-Boss Helmut Schweiger für den ausgelobten Fünfjahresplan verantwortlich zeichnete. Dessen dritte Saison endet in wenigen Tagen und parallel dazu die Amtszeit von Helmut Schweiger, der am Montag seinen Rücktritt ankündigte. Der 47-Jährige möchte künftig als Berater der neuen Gesellschaft tätig sein und bezeichnet dieses Vorhaben in einer Mitteilung als "weitreichenden und ungemein zukunftsträchtigen Schritt".

Aufgaben im Ausland

Da er in naher Zukunft einen nicht näher benannten Aufsichtsratsposten im Ausland übernehme, werde sein freies Zeitfenster immer kleiner: "Die Verantwortung gegenüber meiner Familie, meinen Freunden und Mitarbeitern sowie meiner Gesundheit ist mir sehr wichtig. Deshalb werde ich operativ in meinem bisherigen Amt kürzertreten", wird der Geschäftsmann zitiert, der hinzufügt: "Es ist mittlerweile ein sehr aufwendiger und intensiver Job - mit mehreren zusätzlichen Stunden täglich zum Beruf - im Ehrenamt geworden. Aus Respekt vor dem Amt kann ich dies in der Art zukünftig nicht mehr vollumfänglich ausführen." Denn seine Aufgaben erforderten "eine permanente mediale, geistige und körperliche Präsenz im Verein".

Ermittlungen laufen noch

Auf die seit einem Monat laufenden Ermittlungen gegen den FC Amberg ging Schweiger nicht ein. Ein Sprecher der Regensburger Staatsanwaltschaft hatte am 27. April bestätigt, dass der Verdacht bestehe, im Verein könnte es zu Unregelmäßigkeiten bei den Sozialabgaben gekommen sein. TV-Vorsitzender Thomas Bärthlein sah am Montag keinen Zusammenhang mit Schweigers angekündigtem Rückzug: "Das hat damit nichts zu tun." Am Montag hieß es aus Regensburg, das Verfahren sei noch lange nicht abgeschlossen.
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