FC Augsburg nimmt Piotr Trochowski unter Vertrag - Immer wieder Kniebeschwerden
Risiko gerecht verteilt

Mit Ex-Nationalspieler Piotr Trochowski hat der FC Augsburg seinen Kader für die Europa-League kräftig aufgemotzt. "Wir haben richtig Qualität bekommen", schwärmte Trainer Markus Weinzierl über die Verpflichtung des zuletzt vereinslosen 31-Jährigen. Der variabel einsetzbare Trochowski erhielt bei den Schwaben zunächst einen Vertrag über ein Jahr, schon am Dienstag absolvierte der Standardspezialist seine erste Einheit als angestellter FCA-Profi. "Es steht außer Frage, dass es über allem steht, dass wir unsere Ziele erreichen. Da wird er uns helfen", befand Weinzierl im Trainingslager in Österreich.

In Kössen - wenige Kilometer vom Walchsee entfernt - hat das Überraschungsteam der Vorsaison dieser Tage sein Quartier bezogen, in das Trochowski nach bestandenem Medizin-Check am Montagabend hinterhergereist war. Der Vize-Europameister von 2008 hatte bereits in der Vorwoche zweimal als Gastspieler mittrainiert und war auch bei einem Benefizspiel für den Bundesligisten aufgelaufen. Für den FCA ist er der erste namhafte Neuzugang diesen Sommer, weitere sollen folgen. "Es ist klar, dass wir noch was suchen", sagte Coach Weinzierl. Bedarf besteht vor allem noch auf der Position des Linksverteidigers, zumal die Zukunft des von internationalen Topclubs umworbenen Abdul Rahman Baba weiterhin unklar ist. Der Ghanaer ist vertraglich zwar noch bis 2019 gebunden, spekuliert wird aber über einen millionenschweren Verkauf.

Nach der erstmaligen Qualifikation für den Europapokal beweise das Beispiel Trochowski immerhin, dass der FCA inzwischen auch für gestandene Profis eine Adresse sei, sagte Manager Stefan Reuter: "Das zeigt, dass der FC Augsburg mittlerweile ganz anders wahrgenommen wird." Nüchtern betrachtet ist die Verpflichtung aber auch ein Vabanquespiel. Immer wieder hatte Trochowski in seiner Karriere mit Kniebeschwerden zu kämpfen gehabt. "Das Risiko ist gerecht verteilt", meinte Reuter zu den Vertragsinhalten.

Der Kreativmann hatte seit seiner Trennung im Streit vom Europa-League-Sieger FC Sevilla im Sommer 2014 - ein Jahr vor dem eigentlichen Vertragsende - an keinem Mannschaftstraining mehr teilgenommen, mit den Spaniern läuft noch ein Rechtsstreit. Beim FCA hatte er sich nun selbst angeboten.
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