FC Augsburg will die Bayern wieder ärgern

Dritter gegen Erster - in Augsburg steigt das erstaunlichste Spitzenspiel der bisherigen Bundesligasaison. Die ungeschlagenen Bayern sind gewarnt. Sie müssen nur an den 5. April zurückdenken.

Dieses Mal nehmen die großen Bayern die landesweit bestaunten Augsburger Fußball-Überflieger total ernst. Und Pep Guardiola wird beim Kampf um die vorzeitige Herbstmeisterschaft für den Rekordchampion in der ausverkauften Augsburger Arena garantiert nicht wieder mit Azubis wie Ylli Sallahi oder Mitchell Weiser in der Startelf aufwarten, wie er es bei der leichtfertigen 0:1-Pleite vor acht Monaten tat. Beim Topspiel zwischen dem Überraschungs-Dritten und dem Gewohnheits-Spitzenreiter wird der spanische Starcoach am Samstag (15.30 Uhr) von Torwart Manuel Neuer bis Torjäger Robert Lewandowski nur das Beste vom Besten auf den Rasen schicken.

Kein Vergleich mit 5. April

"Okay, letztes Mal haben wir verloren. Da waren wir schon deutscher Meister", sagte Guardiola am Freitag rückblickend auf seine bislang einzige Auswärtsniederlage als Bayern-Coach in der Bundesliga. Jetzt sei es eine "neue Situation", "nicht vergleichbar" mit dem 5. April 2014. Der fast unbezwingbare Neuer (drei Gegentore) wies wie Guardiola auf die besonderen Umstände der Niederlage beim letzten Duell hin, als die Bayern nach ihrer Rekordserie von 53 ungeschlagenen Partien erstmals wieder in der Liga verloren: "Wir waren damals schon durch, waren schon deutscher Meister, daran muss man auch mal erinnern."

Remis schon sensationell

Die forschen FCA-Herausforderer nehmen das Andenken an ihren historischen Erfolg durch das umjubelte Siegtor von Sascha Mölders als Ansporn für die neue Kraftprobe. "Es gibt uns den Glauben und das Wissen, dass wir auch gegen Manuel Neuer ein Tor erzielen können und Bayern geschlagen haben", sagte Markus Weinzierl. Sein Team werde sich "zerreißen", um wieder eine Sensation zu schaffen. "Das wäre auch ein Unentschieden", betonte der FCA-Coach.

Selbstbewusstsein ja, Übermut nein - als Bayern-Jäger oder Champions-League-Anwärter sehen sich die Augsburger nicht. "Der Erste kommt zum Dritten, das ist ein toller Moment für uns. Wir sind immer noch die Kleinen. Wenn die Bayern ihre Qualität auf den Platz bringen, gewinnen sie gegen uns von 20 Spielen 19 Mal", bemerkte Weinzierl. Guardiola äußerte höchsten Respekt für die Arbeit des Kollegen, unter dessen Leitung der FCA "sehr stabil" auftrete.

"Wir brauchen einen Supertag, an dem alles passt", meinte Augsburgs Kapitän Paul Verhaegh. "Herz", "Leidenschaft", "Wille" - das will Erfolgscoach Weinzierl von seinen Männern sehen. "Wir werden die Punkte nicht freiwillig hergeben", versprach Routinier Halil Altintop. Mut sei auf dem Platz gefragt; "Druck haben wir nicht!"

Der liegt ganz auf Bayern-Seite. Und der Respekt vor den nur 80 Kilometer entfernten schwäbischen Emporkömmlingen ist in München groß. Auch Weinzierl registrierte als Tribünengast beim 3:0 der Münchner gegen ZSKA Moskau genau, dass Kontrahent Guardiola in der Champions-League Stars wie Xabi Alonso, Robben, Ribéry, Müller oder Lewandowski ganz oder teilweise für das Spiel der Woche gegen Augsburg schonte. Guardiola erwartet eine echte Prüfung im Derby: "Der Platz ist klein, das Stadion ist voll. Die Augsburger sind aggressiv, spielen mit Leidenschaft, haben schnelle Spieler in der Konteraktion. Und sie haben keinen Druck. Sie haben nichts zu verlieren. Deshalb wird es schwer", erklärte der Spanier.

Fünf Heimsiege in Serie

"Die Augsburger sind klar über ihrem Ziel. Sie spielen taktisch auf einem hohen Niveau, sind sehr zweikampfstark und haben Spieler in ihren Reihen, die unglaublich clever sind. Es wird für uns nicht einfach", mahnte Bayern-Kapitän Bastian Schweinsteiger. Der FCA hat zudem einen Lauf: Die letzten fünf Heimspiele hat der FC Augsburg alle gewonnen. Allein Borussia Dortmund konnte zu Saisonbeginn aus Augsburg mit einem 3:2-Sieg drei Punkte entführen.
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