FC Bayern haushoher Favorit

Mit dem Klassiker zwischen dem FC Bayern München und dem Hamburger SV startet die Fußball-Bundesliga am Freitag in ihre 53. Saison. Beim letzten Aufeinandertreffen in München feierte der deutsche Meister einen 8:0-Kantersieg. Hier schießt Arjen Robben (rechts) zum 3:0 ein, die Hamburger Marcell Jansen (Mitte) und Ronny Marcos sind chancenlos. Bild: dpa

Die Fußball-Bundesliga startet in ihre 53. Saison. Zum Auftakt gibt es den Klassiker Bayern gegen HSV - mit klar verteilten Rollen. Fünf Pleiten, 3:31 Tore lautet die Hamburger Horrorbilanz der letzten München-Gastspiele. Aber wie war das noch am 14. August 1965?

Die Vorfreude auf das Eröffnungsspiel der 53. Bundesliga-Saison ist enorm - zumindest beim FC Bayern. "Jetzt fängt es endlich wieder an", verkündete Weltmeister Jérôme Boateng nach sechs Wochen Vorbereitung in der Hoffnung auf ein rauschendes Fußballfest am Freitag (20.30 Uhr/ARD und Sky). Vorrang habe aber das Ergebnis: "Ein guter Start ist ein Sieg!"

Beim HSV löst der Gedanke an die Allianz-Arena eher Angstzustände aus. 0:8, 1:3, 2:9, 0:5, 0:6 lautet die Horrorbilanz der letzten fünf Gastspiele, die der Hamburger Chaosclub in seinem schweren Rucksack mit nach München schleppt. "Ich kann hier nicht den Gute-Laune-Onkel spielen", sagte Trainer Bruno Labbadia angesichts der jüngsten Turbulenzen mit dem blamablen Pokal-K.-o. in Jena und der verlorenen Tasche von Sportdirektor Peter Knäbel, die wichtige Vereinsunterlagen enthielt. Die Freude auf den Start sei "vermiest", gestand Labbadia.

Die Bayern plagen höchstens Luxussorgen. Pep Guardiola muss aus einem Überangebot an Top-Stars die richtige Mischung für die erwartete Auftakt-Gala gegen den HSV zusammenstellen. Alle Profis glücklich zu machen, sei "unmöglich" für ihn: "Die Spieler wissen, dass es nicht einfach ist für sie, zu spielen." Aber, erläuterte der Spanier: "Ich nehme immer die elf Spieler, die in diesem Moment das Beste für die Mannschaft sind und nicht das Beste für einzelne Spieler."

Ziel der vierte Titel in Serie

Auch wenn der Gewinn der Champions-League der Wunschtraum des zweimaligen Siegers (2001, 2013) bleibt, liegt der Bayern-Fokus im Alltag auf der Meisterschaft, die diesmal sogar eine historische wäre. "Wir wollen schaffen, was noch keiner Mannschaft gelungen ist, viermal in Serie Meister zu werden", erklärte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. Ein Selbstläufer werde das aber - nach den Alleingängen der Vorjahre - nicht, glaubt er: "Die Konkurrenz wird an uns kratzen."

Wolfsburg, Dortmund, Gladbach und Leverkusen zählte Boateng als nationale Hauptkonkurrenten auf, aber nicht seinen Ex-Club HSV. Der Liga-Dino muss schon froh sein, wenn er im ersten Punktspiel nicht gleich wieder ordentlich verprügelt wird. Labbadia appellierte an sein Team: "Ich will, dass wir ein leidenschaftliches Spiel abliefern und nach München fahren, um was zu holen."

Vielleicht ist die Historie ein kleiner Mutmacher. Auf den Tag genau vor 50 Jahren unterlagen die Bayern in ihrem ersten Bundesligaspiel am 14. August 1965 gegen den Lokalrivalen 1860 München mit 0:1. Die "50-Jahre-Mannschaft" soll am Freitagabend in der Arena einen Sieg ihrer Nachfolger erleben. Denn im Jahr 2015 ist der FC Bayern national längst übermächtig geworden, und mit weiteren hohen Investitionen ins Personal soll das auch so bleiben. "Wir können nicht auf die Bundesliga Rücksicht nehmen", sagte Rummenigge mit Blick auf die internationalen Ambitionen des Rekordmeisters. Die Neuzugänge Arturo Vidal (37 Millionen Euro) und Douglas Costa (30) erhöhen die Qualität.

In diesem Spannungsfeld muss auch ein Weltmeister wie Mario Götze hart um Einsatzzeiten kämpfen. Der 23-Jährige will sich durchbeißen. "Wenn keine neue Initiative von ihm kommt, ist der Deckel drauf", sagte Rummenigge zu einem möglichen Verkauf des Nationalspielers.
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