FC Bayern zieht Lehren

Robert Lewandowski, Juan Bernat und Douglas Costa (von links) sind es gewohnt, erhobenen Hauptes vom Platz zu gehen. Nach dem Schlusspfiff am Dienstagabend war alles anders. Die Bayern hatten 0:2 bei Arsenal verloren und ärgerten sich mächtig über die erste Niederlage nach 12 Pflichtspielsiegen. Bild: dpa

Manuel Neuer ärgerte sich nach seinem Fehlgriff "tierisch", Kritik von Teamkollegen und Funktionären gab es nicht. Aus dem jähen Ende der Siegesserie will der FC Bayern Lehren für die Triplejagd ziehen. Als Schnell-Reaktion soll ein Erfolg für die Bundesliga-Ewigkeit her.

Der zerknirschte Manuel Neuer verließ früh das nächtliche Bankett. Die aufmunternden Worte wie auch die eigenen Weltklasse-Paraden konnten den Frust des Nationaltorhüters über seinen Fehlgriff in der Champions-League nicht umgehend vergessen machen. "Wir ärgern uns tierisch darüber, dass wir dieses Spiel verloren haben", haderte der Welttorhüter nach dem 0:2 beim FC Arsenal. "Leider habe ich den Fehler gemacht." Ausgerechnet der bis dato beste Münchner leitete mit seinem ungestümen Ausflug bei einer Freistoß-Hereingabe das jähe Ende der imposanten Siegesserie nach zwölf Pflichtspielerfolgen ein.

"Dies war eine Niederlage, bei der die Mannschaft trotzdem mit erhobenem Haupt vom Platz gegangen ist", befand Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei der Ansprache in einem Londoner Luxushotel. Mit Applaus stimmten die rund 300 Gäste zu. Ganz verflogen war die Enttäuschung auch am Mittwoch bei der Abreise aus dem regnerischen England noch nicht. "Auch am Tag danach ein bitteres Ergebnis, aber wir schauen nach vorne", erklärte Kapitän Philipp Lahm. Erste Reaktion soll am Samstag gegen den 1. FC Köln der 1000. Bayern-Sieg der Bundesliga-Historie sein.

Mit dem ungewohnten Gefühl der Niederlage durch Tore von Olivier Giroud (77. Minute) und Mesut Özil (90.+4) gingen die Münchner sehr unaufgeregt um. Wie beim Mannschaftsbus, der auf Londons Straßen einen kleinen Schaden links hinten am Rücklicht erlitt, ist auch beim Team "nichts Dramatisches" (Rummenigge) passiert.

Immer noch ist Pep Guardiola mit seinen Triplejägern auf Kurs Gruppensieg in der Königsklasse, in der es mit zunehmender Wettbewerbsdauer mehr und mehr auf Kleinigkeiten ankommen wird. "Das ist Champions-League. Und in der Champions-League musst du perfekt sein - das waren wir heute in manchen Punkten nicht", mahnte Guardiola trotz des über weite Strecken starken Auftritts.

Es gibt Verbesserungsbedarf. Gegen die überfallartigen Angriffe von Özil & Co. zeigten sich die Münchner anfällig, dazu wurden zu viele Chancen vergeben. "Ohne Tore wird man nach einem Spiel nie Schulterklopfer haben", haderte Thomas Müller. "Insgesamt war das vielleicht ein bisschen zu wenig", analysierte Abwehrchef Jérôme Boateng. Für die "Gunners" um Kapitän Per Mertesacker sieht es nach zwei Niederlagen zum Auftakt in der Gruppe F dagegen wieder besser aus. Beim Rückspiel in zwei Wochen wollen sie nachlegen.
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