Fifa-Boss: Franzose erklärt Kandidatur - Prinz Ali bin al-Hussein schießt schon quer
Platini mit salbungsvollen Worten

Mit einem Brief voller Pathos hat Michel Platini seine Kandidatur als Fifa-Präsident verkündet und greift nach dem Thron des skandalgeplagten Fußball-Weltverbands. Nicht nur dank des klaren Vertrauensvotums aus Deutschland und Europa geht der Uefa-Chef als großer Favorit in das Rennen um die Nachfolge von Joseph Blatter. "Es gibt Zeiten im Leben, in denen du dein Schicksal in die eigenen Hände nehmen musst", schrieb der 60-jährige Franzose laut Uefa-Mitteilung von Mittwoch an die 209 Fifa-Mitgliedsverbände. "Dies ist eine sehr persönliche, sorgfältig getroffene Entscheidung, in der ich die Zukunft des Fußballs gegen meine eigene Zukunft abgewogen habe."

Aus dem Urlaub versprach Wolfgang Niersbach direkt die "volle Unterstützung" des DFB und verwies bei der Frage nach einer eigenen möglichen Kandidatur als Uefa-Nachfolger auf die Vollversammlung der europäischen Verbände Mitte September. "Bis dahin bringt es nichts, sich an irgendwelchen personellen Spekulationen zu beteiligen", schrieb der DFB-Präsident. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll Platini nun die Zusagen der Konföderationen aus Europa, Asien, Südamerika und Nord- und Zentralamerika haben. Die Zukunft der Fifa wird sich am 26. Februar 2016 entscheiden - Blatter wird seinen Posten beim Wahl-Kongress in Zürich aufgeben. Bei der vergangenen Kür von Blatter Ende Mai hatte sich Platini noch geziert und auf eine Kampfkandidatur gegen den 79 Jahre alten Schweizer verzichtet. Stattdessen kassierte Prinz Ali bin al-Hussein als Bewerber von Uefa-Gnaden die erwartete Niederlage. Doch kurz danach verkündete Blatter im Zuge des "Tsunami" durch die Ermittlungen von US-Behörden gegen die Fifa seinen Rückzug. Mit Platini würde allerdings auch bei weitem kein externer Erneuerer den notwendigen Reformprozess anschieben, er ist bereits seit 13 Jahren Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees. "Es ist klar, dass die Fifa eine neue, unabhängige Führung braucht, die unbefleckt von den vergangenen Praktiken ist", wird al-Hussein von der BBC zitiert.

Der jordanische Verbandschef wandelte sich rasant zum Kritiker seines ehemaligen Unterstützer: "Platini ist nicht gut für die Fifa. Fußball-Fans und -Spieler verdienen etwas besseres."
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