Formel-1-Chef auch am Geburtstag in seinem Element
Ecclestone: 85 und kein bisschen müde

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat auch mit 85 noch alles im Griff. Bild: dpa
Auch mit 85 Jahren baut sich Bernie Ecclestone die Formel 1, wie er (sie) will. Nach der vorgezogenen Geburtstagsfeier mit Kunstschnee und seinen Töchtern hat der seit Jahren bestimmende Brite längst schon wieder auf Geschäftsmodus geschaltet. Seinen 85. Geburtstag an diesem Mittwoch (28. Oktober) dürfte er wohl hauptsächlich mit Arbeiten verbringen.

Bevor er sich am kommenden Wochenende die Hände für die Rückkehr der Motorsport-Königsklasse nach Mexiko reiben darf, hat er nämlich keine geringeren als die Hersteller Ferrari und Mercedes herausgefordert. Die neuen Hybrid-Turbomotoren, Aushängeschilder für einen Autobauer, missfallen Ecclestone seit ihrer Einführung zur Saison 2014.

Zu leise, zu unspektakulär für seine seit Ende der 1970er Jahre zu einem Milliardengeschäft hochgezüchtete Formel 1. Also kündigte er am vergangenen Wochenende in den USA den Plan eines Alternativmotors an. Sollte der mehr Sprit verbrauchen - kein Problem. Dann würde halt wieder nachgetankt. Das ist seit 2010 unter anderem aus Sicherheitsgründen verboten. Der Internationale Automobilverband bestätigte Ecclestones Ankündigung einen Tag später. So ist die Welt des seit frühesten Jahren so geschäftstüchtigen Charles Bernard Ecclestone. Irgendwie hat er bislang immer alles hinbekommen und überstanden. Nicht selten spielte Geld eine große Rolle.

Geldstrafe kein Problem

In München wird er zum Hauptdarsteller eines monatelangen Prozesses. Der Vorwurf: Bestechung beim Verkauf der Formel 1 2006. Das Ende: Das Verfahren wird gegen eine Geldauflage von 100 Millionen US-Dollar, zu zahlen binnen einer Woche, im August 2014 eingestellt. "Der Richter hat einen ziemlich guten Job gemacht, dass ich soviel zahlen musste", meinte Ecclestone nun mit Abstand und in seinem typischen Humor. Pünktlich wurde das Geld anschließend überwiesen, Ecclestones weiterer Zukunft als Lenker der Formel-1(-Finanzen) stand nichts mehr im Wege.

Allerdings zeigt sein Lebenswerk Verschleißspuren. In Brüssel prüft die EU die Einhaltung des Wettbewerbsrechts in der Formel 1 nach einer entsprechenden Beschwerde. Und der einstige Serien-Weltmeister Red Bull und sein B-Team Toro Rosso drohten mit dem Ausstieg. Wie lange Ecclestone die Formel 1 noch führen will, weiß wohl nur er selbst. Er wirkt nicht, als würde es ihm keinen Spaß mehr machen. Und es wirkt, als habe er alle(s) auch noch im Griff.
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