Formel 1
Die Sehnsucht der Ferraristi

Hat Sebastian Vettel am Sonntag Grund zum Lachen? Der Ferrari-Pilot würde in der italienischen Heimat des Autobauers gerne den Fluch brechen. Seit 2010 konnten die "Roten" in Monza nicht mehr gewinnen. Bild: dpa

Hamilton gibt Vollgas. Der Brite hängt das deutsche Duo Rosberg/Vettel ab. Ferrari zeigt sich beim Heimspiel aber schon mal nicht so schlecht. Klar ist jedoch auch: Beim Kampf um Pole und Sieg will zudem Red Bull wieder mitmischen.

Monza. Lewis Hamilton hat im italienischen High-Speed-Mekka Monza beim Warmfahren für das Europafinale seinen deutschen Formel-1-Verfolgern keine Chance gelassen. Der Vorjahressieger und Titelverteidiger fuhr am Freitag die schnellste Runde des Tages und verwies auf dem Autodromo Nazionale seinen Mercedes-Widersacher Nico Rosberg und dessen Landsmann Sebastian Vettel im Ferrari auf die Plätze zwei und drei. Mercedes sei stark, aber man sei näher dran, meinte Vettel. "Ganz oben ist unser Ziel, wir müssen aber auch realistisch bleiben."

"Noch einiges an Potenzial"


Vettel sprach nach dem Training von einem generell guten Tag. Der gebürtige Heppenheimer ist sich zudem sicher: "Es steckt noch einiges an Potenzial im Auto." Es liege nun an ihnen, das rauszukitzeln. Auf Rang vier landete sein Teamkollege Kimi Räikkönen. Max Verstappen schaffte es fünf Tage nach seinem Kollisions-Kurs von Spa-Franchorchamps unfallfrei auf den fünften Platz. Sein australischer Stallrivale Daniel Ricciardo, Belgien-Zweiter und WM-Dritter, wurde bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von 30 Grad im Königlichen Park von Monza Sechster.

Die italienischen Fans kamen zumindest schon mal ein bisschen auf ihre Kosten. Auf der Haupttribüne hingen zahlreiche Ferrari-Plakate, die Scuderia und ihre Anhänger warten seit dem Sieg von Fernando Alonso 2010 allerdings sehnsüchtig einen Erfolg beim Heimrennen. 18 Mal gewann Ferrari den Großen Preis von Italien insgesamt. Für Vettel würde ein Traum wahr, wenn er sich am Sonntag (Start: 14 Uhr/RTL) nach den Triumphen von 2008 im Toro Rosso und 2011 sowie 2013 im Red Bull im roten Rennoverall auf dem Siegerpodest von Zehntausenden Tifosi feiern lassen könnte. Dafür müsste er mindestens die beiden Mercedes-Piloten schlagen. Denn Hamilton und Rosberg gehen auch in die K.-o.-Ausscheidung als die beiden Topfavoriten - 12 der bisherigen 13 Poles der Saison holte das Duo. Beide schafften es jeweils sechs Mal auf den besten Startplatz.

In den beiden Trainingseinheiten musste sich Rosberg in der Endabrechnung hinter Hamilton einreihen. In den ersten anderthalb Stunden am Morgen hatte Rosberg in 1:22,959 Minuten als einziger die 1:23-Minuten-Marke unterboten. Er blieb auch am Nachmittag wieder drunter (1:22,994) - Hamilton, der im WM-Klassement neun Punkte mehr als Rosberg hat, raste aber in 1:22,801 Minuten über den 5,793 Kilometer langen Kurs mit gerade mal elf Kurven.

Vettel hatte seinen Versuch auf den schnellen supersoften Reifen nach Bestzeit im ersten Sektor abgebrochen. Bei seinem nächsten Versuch zog er durch, an die Zeiten der beiden Silberpfeile kam der 29 Jahre alte Heppenheimer aber nicht ran.
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