Formel 1
Rosberg rast allen davon

Sakhir. Nico Rosberg hat unter Rennbedingungen die Hoffnungen auf seinen ersten Sieg in der Wüste von Sakhir genährt. Sebastian Vettel musste seinen Ferrari vorzeitig abstellen und im gleißenden Flutlicht von der Strecke schieben. "Etwas stimmt mit dem Auto nicht. ich habe den Antrieb verloren und habe das Auto gestoppt", funkte er an die Box.

Die Hoffnungen auf ein deutsches Duell um den Sieg in der Wüste von Sakhir könnten damit einen Rückschlag erhalten haben, nicht aber Rosbergs Aussichten auf den fünften Grand-Prix-Erfolg in Serie und den Ausbau der WM-Führung. Denn auch Lewis Hamilton konnte mit dem Tempo seines Silberpfeil-Herausforderers beim Training am Freitag nicht mithalten.

Supersoft und schnell


Rosberg verwies seinen Teamkollegen bei der zweiten Einheit am Abend um 0,241 Sekunden auf den zweiten Platz. Vettel wurde letztlich auf Rang sechs geführt, nachdem er bei seinem Versuch einer schnellen Runde selbst einen Fehler gemacht hatte. "Okay, das habe ich verpatzt." Auf den supersoften, schnellen Reifen hatte sich Vettel verbremst. Seine Miene verfinsterte sich dann aber erst richtig, als sein Wagen geborgen werden musste. Vettel beobachtete dabei jeden Handgriff der Streckenposten, bis der Ferrari auf dem Abschleppwagen fixiert war.

Für Landsmann Rosberg lief es hingegen optimal. Dort, wo er vor zehn Jahren sein Formel-1-Debüt (damals noch im Williams) bestritt, gab der gebürtige Wiesbadener das Tempo vor. Bestzeit im ersten Training mit anderthalb Sekunden vor Hamilton. Bestzeit im zweiten Training erneut mit klarem Vorsprung auf den dreimaligen Weltmeister, der in Bahrain den Hattrick schaffen kann. Bislang gelangen dort noch keinem Piloten drei Siege in Serie.

Gegen diesen Rosberg wird es Hamilton aber wieder schwer haben. Nach seinen saisonübergreifend vier Erfolgen nacheinander strotzt der Sohn von Ex-Champion Keke Rosberg offensichtlich vor Selbstvertrauen. Er ließ sich zuerst die supersoften Reifen aufziehen und legte vor. Hamilton kam an die Rundenzeit von 1:31,001 partout nicht ran. Etwas überraschend schaffte es hinter dem 31 Jahre alten Briten dessen Landsmann Jenson Button von Hamiltons Ex-Team McLaren auf Rang drei. Ebenfalls noch vor Vettel platzierten sich Max Verstappen im Toro Rosso und Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen.

Vor der spektakulären Lichterkulisse kam Nico Hülkenberg im zweiten Durchgang auf den 17. Platz, Session eins hatte der Force-India-Pilot noch auf Rang sechs beendet. Pascal Wehrlein wurde bei seinen ersten Formel-1-Runden unter Flutlicht 19. im Manor nach Rang 17 am Nachmittag.

WM-Titel auf Wunschliste


Der, den es in Bahrain offensichtlich zu schlagen gilt, ist Rosberg. Er will es dieses Jahr endlich den erstem WM-Titel holen. Dass ihm das noch nicht gelang, frustriert ihn nach eigener Aussage nicht. "Ich habe in den vergangenen beiden Jahren alles gegeben, Lewis hat aber einen besseren Job gemacht und gewonnen", sagte Rosberg. "Dieses Jahr werde ich es wieder versuchen", betonte er.

Mit dem Sieg in Australien brachte sich Rosberg zum Auftakt in die Top-Ausgangsposition. Dahinter folgen Hamilton und Vettel, beide schon zweimal erfolgreich auf dem 5,412 Kilometer langen Kurs.
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