Formel 1
Rosberg wie eine Rakete ins All

Nico Rosberg freut sich über seinen Sieg in China. Bild: dpa

Shanghai. Auf dem Weg zur nächsten Partynacht in Berlin gönnte sich Nico Rosberg noch einen fettigen Burger am Flughafen von Shanghai. Der Hunger des Formel-1-Spitzenreiters ist auch nach sechs Siegen in Serie ungestillt, seine Titelrivalen suchen fieberhaft nach einem Rezept gegen den Mercedes-Fahrer. "Es ist noch ein weiter Weg, aber ich habe jetzt keinen Joker mehr", sagte Weltmeister Lewis Hamilton, ehe er die Reise nach Deutschland zum Pflichttermin mit Teamkollege Rosberg bei der Laureus-Gala am Montag antrat.

Schon vor dem vierten Saisonrennen in Sotschi am 1. Mai hat Rosberg seine vermeintlich schärfsten Gegner Hamilton und Sebastian Vettel so weit distanziert, dass er selbst bei einem Ausfall in Russland komfortabel in Führung bleiben würde. "Rosberg wirkte wie eine Rakete, die ins All aufsteigt", dichtete der britische "Telegraph" nach dem überlegenen Erfolg des Deutschen in China. Der "Corriere dello Sport" aus Italien meinte gar: "Nicos Rennen war wie ein Ausflug aufs Land, so leicht und entspannend für ihn wie das Rennen von Hamilton mühselig und stressig war."

Es scheint so, als könnte 2016 nach zwei Vize-Weltmeisterschaften endlich Rosbergs Jahr sein. Die Fehler und die Pannen leisten sich bislang nur die anderen. "Ich hoffe, dass sich das Ganze ein bisschen beruhigt und wir in Russland stärker sind, um ihn und Mercedes mehr unter Druck setzen zu können", sagte Ferrari-Star Vettel. Doch auch in der längsten Saison der Formel-1-Geschichte mit 21 Rennen hat die Scuderia nicht ewig Zeit, ihre Sorgen zu beheben.

"Im Qualifying fehlt uns noch ein bisschen, auch beim rohen Speed im Rennen", zählte Vettel die Nöte von Ferrari auf. Zusammen mit zwei Motorschäden in Australien und Bahrain summiert sich dies auf einen schon beträchtlichen Rückstand von 42 Punkten für Vettel und 47 Zählern für Teamkollege Kimi Räikkönen. "Wir müssen dranbleiben, dann wird früher oder später der oberste Platz auf dem Podium kommen. Ich hoffe, früher", sagte Teamchef Maurizio Arrivabene.

Auch der dreimalige Champion Hamilton hofft auf ein baldiges Ende seines Negativtrends. "Die Glücksgöttin zeigt Hamilton weiter die kalte Schulter", befand der "Guardian" nach dem Pleiten-Wochenende des Briten in Shanghai. Der 31-Jährige war deshalb sogar erleichtert, dass sein Rückstand auf Rosberg nach Platz sieben nicht wie von ihm vermutet auf 50 Punkte geklettert war. "36 Punkte? Wow, das ist weniger als ich gedacht hatte", sagte Hamilton.
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