Frankfurt.
Drin oder nicht?

(dpa) Das Wembley-Tor im WM-Finale 1966 liefert bis heute Stoff für Streitgespräche unter Fußballfans: Drin oder nicht drin? Doch die Historie hält noch viele ähnliche Tor-Entscheidungen bereit, die mit Hilfe der Torlinien-Technologie wohl anders ausgefallen wären.

DAS WEMBLEY-TOR: Das 3:2 des Engländers Geoff Hurst im Endspiel der WM 1966 gegen Deutschland ist ein Mythos. Bis heute ist ungeklärt, ob der Ball nach dem Schuss von Hurst an die Unterkante der Latte mit vollem Durchmesser hinter der Torlinie aufsprang. Der sowjetische Linienrichter Tofik Bachramow hatte den Ball hinter der Linie gesehen.

DIE REVANCHE: Deutschland revanchiert sich gegen England 44 Jahre später bei der WM in Südafrika im Achtelfinale. Frank Lampards Schuss schlägt von der Lattenunterkante klar hinter der Torlinie auf. Schiedsrichter Jorge Larrionda aus Uruguay lässt weiterspielen. Es wäre das 2:2 gewesen. Deutschland siegt am Ende 4:1.

HELMERS PHANTOM-TOR: Im Bundesliga-Spiel zwischen Bayern und dem 1. FC Nürnberg am 23. April 1994 drückt Thomas Helmer den Ball neben das Tor. Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers ("Das war der Supergau") entscheidet nach Befragen des Linienrichters Jörg Jablonski auf Tor zum 1:0 für die Münchner. Nürnberg protestiert mit Erfolg, das Wiederholungsspiel gewinnen die Bayern 5:0.

DAS UKRAINE-TOR: Bei der EM 2012 hat England wieder Glück. Der Ukrainer Marko Devic schießt beim Stand von 0:1 Englands Torhüter Joe Hart an, John Terry kann den Ball erst hinter der Linie klären. Die TV-Bilder sind eindeutig, Referee Viktor Kassai aus Ungarn lässt die Partie weiterlaufen. Auch der Torrichter reagiert nicht.

KIEßLINGS NETZ-ROLLER: Am 18. Oktober 2013 geht ein Kopfball des Leverkuseners Stefan Kießling ans Außennetz des Hoffenheimer Tores. Durch ein Loch im Netz gelangt der Ball ins Tor. Schiri Felix Brych entscheidet auf Tor. Leverkusen gewinnt 2:1. Hoffenheim legt Einspruch ein, der jedoch abgewiesen wird.

HUMMELS' POKAL-TOR: Im DFB-Pokalfinale 2014 zwischen Bayern und Dortmund ist der Ball nach einem Kopfball des BVB-Verteidiger Mats Hummels in der 64. Minute scheinbar hinter der Linie. Schiri Florian Meyer gibt den Treffer nicht, der BVB verliert nach Verlängerung mit 0:2.

DAS DUISBURGER WITZ-TOR: Beim 5:0 des MSV Duisburg gegen den FSV Frankfurt in der 2. Liga am 17. Januar 2010 prallt ein Schlenzer von Christian Tiffert gegen die Latte, der Ball springt nach Berechnungen des TV-Senders Sky 1,3 Meter vor der Linie auf. Schiedsrichter Marco Fritz gibt dennoch das Tor zum 5:0, weil dies sein Assistent anzeigt.
Weitere Beiträge zu den Themen: 12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.