Frankreich setzt auf seinen starken Sturm
Geballte Offensive

Clairefontaine. Gastgeber Frankreich setzt im EM-Eröffnungsspiel gegen Rumänien vor allem auf geballte Offensivkraft. "Wir sind hier zuhause. Wir müssen den Rhythmus bestimmen", sagte Abwehrspieler Bacary Sagna am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Clairefontaine. Mit den Namen des Gegners taten sich einige seiner Kollegen zwar schwer. Sagna warnte aber eindringlich davor, die Rumänen auf dem langen Weg zum erhofften Finale zu unterschätzen: "Rumänien hat auch einige Trümpfe."

Einer, der den Franzosen fehlt, bleibt Dauerthema - selbst wenn Trainer Didier Deschamps sich zum ausgemusterten Karim Benzema nicht äußern will. Dessen Vorwurf, Deschamps habe bei seiner Entscheidung gegen ihn sich einem rassistischen Teil Frankreichs gebeugt, konterte Sagna. "Ich bin schwarz. Einige kommen aus den nordafrikanischen Ländern, einige sind Franzosen. So ist die Welt", sagte Sagna.

Er verurteilte auch die Äußerungen von Eric Cantona. Das einstige Enfant terrible des französischen Fußballs hatte Benzema Recht gegeben. "Es ist dumm, dass jedes Problem vor jeder Zusammenkunft der französischen Nationalmannschaft zum Thema gemacht wird", meinte der 33-Jährige von Manchester City. Sagnas Familie stammt aus dem Senegal, Benzema hat algerische Wurzeln.

Die Aufstellung gegen Rumänien hat Deschamps bereits im Kopf. Öffentlich machte er sie aber freilich noch nicht. Angesichts der exzellenten Offensivkräfte wird Bayern Münchens Kingsley Coman drei Tage vor seinem 20. Geburtstag wohl erstmal auf der Bank Platz nehmen. Im letzten Testspiel hatte er zwar von Beginn an gespielt, der für ihn beim 3:0 gegen Schottland eingewechselte Antoine Griezmann ist aber gesetzt.

Die Franzosen wissen aber auch um ihre Schwäche. In den vergangenen Tests - mit Ausnahme des 3:0 gegen Schottland - ließ die Defensive zu viele Tore zu. In den drei vorherigen Partien hatte Frankreich jeweils zwei Gegentore kassiert. "Jeder würde gern perfekt sein. Wir müssen daran arbeiten", betonte Sagna. Solange die Offensive ein Tor mehr macht, als die Defensive erlaubt, dürfte es den Franzosen egal sein.
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