Fred Seppi - Stadionsprecher

"Und es gibt wieder ein Herts, ein G'räuchherts. Leck, is' des schwer. Sagt's amal, wo habt's ihr denn die schweren Säu' her?" Alfred Seppi lacht schallend, als er einen dicken Schinken aus dem Papier holt und an einer Schnur schwungvoll über seinem Kopf kreisen lässt.

Er braucht ihn nicht lange anpreisen. Es dauert genau fünf Sekunden, bis das erste Gebot kommt, rund 30 weitere Sekunden, bis das Geräucherte zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten an den Mann gebracht ist.

Seppi ist eigentlich kein Profi-Auktionator. Im Gegenteil: Von Beruf ist er Gebietsleiter einer weltweiten Spielzeugfirma. Er selbst wohnt in Haag. Beim FSV Gärbershof ist Seppi nicht nur seit 30 Jahren Mitglied, sondern schlüpft seit 1994 auch alljährlich in die Rolle des Auktionators bei der traditionellen Christbaumversteigerung.

Er ist halber Österreicher, sein Vater stammt aus Wien, er hat selbst lange Zeit in der Donau-Stadt gelebt und kommt mit seinem immer noch Wiener Schmäh und dem Dialekt eben gut an.

Und davon profitiert auch der FC Amberg: "Amberg eins, Heimstetten nuuulll. Torschütze: Benny Werner. Benny - Werner. Beeeenny - Weeerrner!" In seiner unnachahmlichen Art feuert er als Stadionsprecher die Fans des FC Amberg bei den Heimspielen an, stellt die Gegner vor, nennt die Torschützen und Auswechslungen.

Sein Reich ist die Sprecherkabine hinter dem V.I.P.-Raum, in dem sein Mikrofon und die Musikanlage stehen.

Und das schon seit 1998 - dem Jahr, in dem die Gelb-Schwarzen in die Kreisklasse aufgestiegen sind. "Es macht halt einfach nur Spaß", so Seppi. (ath/lst)
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