Freudentaumel bei der DEG

Außer Rand und Band: Die Düsseldorfer feierten in Hamburg den Einzug ins Halbfinale. Bild: dpa

Die Düsseldorfer EG ist wieder zum Leben erwacht. Nach zwei Spielzeiten als Vorrundenletzter meldet sich der achtmalige Eishockey-Meister mit dem Halbfinaleinzug als Spitzenteam zurück. Den entscheidenden Viertelfinalsieg feiert das Team bereits wie den Finaleinzug.

Diese DEG erlebt die Playoffs der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wie im Rausch. "Das ist Gänsehautfeeling. Das ist so geil", jubelte Kapitän Daniel Kreutzer nach dem überraschenden Halbfinal-Einzug des ehemals noch schlechtesten DEL-Teams am Dienstagabend in Hamburg. Das Urgestein der Düsseldorfer EG läutete nach dem entscheidenden 2:1-Sieg im siebten Spiel der Viertelfinalserie bei den Hamburg Freezers den Beginn einer lautstarken Kabinenparty und einer stimmungsvollen Bus-Rückfahrt ein. "Ein, zwei Bier dürfen wir schon trinken", meinte der erfolgreichste Torschütze der DEL-Historie augenzwinkernd.

Schon die Momente nach dem Schlusspfiff auf und neben dem Eis waren eine einzige Party. "Die DEG ist wieder da", sangen die euphorisierten mitgereisten Fans, Team-Betreuer Walter Köberle stammelte immer wieder nur "geil, geil" und Trainer Christof Kreutzer rastete wie bei einer seiner fünf Meisterschaften als Profi in den 1990er Jahren vor Freude schier aus. "Ich bin wahnsinnig stolz. Dass wir das gerockt haben in Hamburg, ist unglaublich", sagte der Bruder des DEG-Kapitäns wenig später. "Die Fans und die ganze Stadt Düsseldorf haben danach gehungert." Die DEG rechnet am Sonntag im ersten Halbfinal-Heimspiel gegen Ingolstadt mit voller Halle. Abgesehen vom Winter Game vor 51 125 Zuschauern gegen die Kölner Haie im Fußballstadion gab es das seit Jahren nicht mehr.

Zwei Jahre lang kämpfte der stolze achtmalige deutsche Meister nach dem Ausstieg der Metro-Gruppe um das sportliche und wirtschaftliche Überleben. Die Spielzeiten 2012/2013 und 2013/2014 beendete der Traditionsclub als Vorrundenletzter. Dank des Einstiegs der Gesellschafter Michail Ponomarew und Peter Hoberg wurde danach nicht nur die Lizenz gesichert, sondern auch der Etat etwas erhöht. Alte Leistungsträger wie Rob Collins oder Travis Turnbull kehrten zurück.

Im Halbfinale geht es nun gegen Meister Ingolstadt. "Vor Düsseldorf haben wir keine Angst, aber Respekt", meinte Ingolstadts Nationalstürmer Thomas Greilinger nach dem 6:1 am Dienstag gegen Iserlohn. Die Oberbayern setzten sich im siebten Spiel durch.
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