"Freudiges Ende" für Weltmeister

Nach der Begegnung gegen Spanien dankten die deutschen Spieler Toni Kroos, Sebastian Rudy und Ron-Robert Zieler (von links) den Fans und verabschiedeten sich für dieses Jahr. Bild: dpa

Elf Siege, vier Remis, zwei Niederlagen - die Jahresbilanz des Weltmeisters ist glänzend. Das Happy-End in Spanien tut Löw und seinen Spielern nach einer Leistungsdelle nach der WM spürbar gut. Der Wahl-Spanier Kroos setzt mit einem Lucky Punch den Schlusspunkt.

Dieser Sieg tat Joachim Löw richtig gut, auch wenn es nicht annähernd der wichtigste im triumphalen Fußballjahr 2014 war. Auf dem leicht verspäteten Heimflug der Nationalmannschaft vom Prestige-Erfolg gegen Europameister Spanien konnte sich der Bundestrainer am Mittwoch im Charterflieger entspannt in seinem Sessel in Reihe zwei zurücklehnen und auf eine geruhsame Winterpause freuen. Alles ist wieder gut: Die Mühen in der von Löw selbst als "etwas schleppend" bezeichneten EM-Qualifikation sind bis zum Neustart Ende März vergessen und nach dem 1:0 in Vigo verziehen. Die Weltmeister haben weiter Biss, der durch Rücktritte und Verletzungen notwendig gewordene personelle Umbruch ist eingeleitet.

Noch auf dem Rollfeld verabschiedeten sich Spieler und Trainerstab per Handschlag und Umarmungen. Das nächste Länderspiel-Wiedersehen steht erst im März 2015 an. Erstmals nach dem Titelgewinn in Brasilien war Löw mal wieder total zufrieden nach einem Länderspiel. "Das Jahr geht für uns freudig zu Ende", frohlockte der Bundestrainer im betagten Estadio Balaídos. Das Happy-End gelang mit einer Notgemeinschaft, die personell kaum noch mit jenem Team zu tun hatte, das im Sommer Fußball-Weltmeister geworden war. Das aber als Mannschaft gemeinsam allen widrigen Umständen getrotzt hatte. "Ich freue mich wahnsinnig, gegen Spanien in Spanien zu gewinnen", sagte Löw. Das war zuletzt 1982 gelungen.

Der "Donner von Kroos", wie das spanische Sportblatt "Marca" am Mittwoch in großen Lettern titelte, hatte das DFB-Team im Dauerregen in der vorletzten Minute für einen engagierten Auftritt belohnt. "Ein tolles Jahr und ein guter Abschluss", resümierte der Wahl-Spanier Toni Kroos, einer der Hauptdarsteller im glorreichen WM-Jahr. Löw hatte in der Not eine weitere System-Premiere (3-4-3) ersonnen. "Wir mussten das Zentrum gut besetzen, also mit einem Mann mehr", erläuterte er. Das Abwehrtrio habe das sehr gut gemacht - "immer wachsam und konzentriert". Mustafi übertrug der Bundestrainer in dessen erst sechstem Länderspiel die Hauptverantwortung. "Ich war quasi der Libero, der tiefste Mann. Das ist dann meine Aufgabe, die Jungs zu führen", sagte der 22-Jährige vom FC Valencia stolz.

Im Tor konnte Ron-Robert Zieler seinen ersten Sieg im Nationaltrikot feiern. Der Schlussmann von Hannover 96 parierte die Schüsse von Nolito und Pedro ganz sicher. Löw lobte seine Ruhe in der Spielauslösung. "In Spanien haben noch nicht viele Torhüter gewonnen. Ron hat seine Sache super gemacht", betonte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke. "Es ist gut gelaufen, ich hatte meine Szenen", sagte Zieler.
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