Freund fliegt allen davon - Gewinn des Gesamt-Weltcups möglich
Sechster Saisonsieg

Severin Freund hob nach dem 15. Weltcupsieg seiner Karriere lässig den Daumen, dann genoss er bei der Siegerehrung zum sechsten Mal in diesem Winter die deutsche Hymne. Mit einer überragenden Vorstellung hat Deutschlands Top-Skispringer bei der Windlotterie in Kuopio den Jackpot geknackt und im Rennen um die große Kristallkugel mächtig Boden gutgemacht. "Es war ein sehr schwieriger Wettkampf, deshalb bin ich natürlich sehr zufrieden", sagte Freund.

Der Weltmeister von der Großschanze setzte sich am Dienstag in dem wegen starken Windes auf die kleine Schanze verlegten und nach einem Durchgang abgebrochenen Wettbewerb mit einem Sprung auf 103,5 Meter vor dem Norweger Anders Bardal durch. Den dritten Platz teilten sich der Schweizer Simon Ammann und Stefan Kraft. Der Vierschanzentourneegewinner aus Österreich übernahm in der Gesamtwertung mit 1368 Punkten die Führung vor Freund, der mit 1343 Zählern auf Rang zwei vorrückte. Dritter ist der Slowene Peter Prevc (1329), der als 17. das Gelbe Trikot verlor.

"Es wird immer spannender", sagte Freund mit einem breiten Grinsen im Gesicht. "Der Gesamt-Weltcup ist das Größte, was man als Springer gewinnen kann. Es wäre extrem geil, wenn ich das in meiner Karriere schaffen könnte", sagte er.

Zuletzt Hannawald

Als letztem deutschen Springer waren Sven Hannawald 2002/03 sechs Weltcupsiege in einem Winter gelungen. Diese Marke kann Freund bereits am Donnerstag in Trondheim toppen. Nach zweimal Gold und einmal Silber bei den Weltmeisterschaften in Falun ist der 26 Jahre alte Team-Olympiasieger drauf und dran, die bislang beste Saison seiner Karriere zu krönen. "Die Chancen im Gesamt-Weltcup sind gestiegen, weil er rechtzeitig aufholen konnte. Das ist extrem wichtig", sagte Bundestrainer Werner Schuster und lobte seine Nummer 1: "Das war wieder ein Superwettkampf von ihm. Heute hätte bei diesen Bedingungen alles passieren können."

Nach der Absage der Qualifikation am Montag ging auch am Dienstag auf der Großschanze gar nichts. Dennoch entwickelte sich das Springen zu einer teilweise gefährlichen Windlotterie, bei der einige DSV-Springer eine Niete zogen. Erst vermied Team-Olympiasieger Andreas Wank mit Mühe einen Sturz und landete bei geschätzten 51 Metern. Die elektronische Weitenmessung war erst ab 65 Meter aktiviert. Das bedeutete neben dem letzten Platz den persönlichen Negativrekord von lediglich 12,7 Punkten.
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