Freund in Wisla Dritter - Wind zu stark: Nur ein Durchgang - Eisenbichler Sechster
Wieder Sprung auf das Podest

Andächtig lauscht Severin Freund der Nationalhymne für den österreichischen Sieger Stefan Kraft. Der Deutsche freute sich über Rang drei. Bild: dpa
Als Severin Freund mit Rang drei beim Wind-Springen in Wisla den 30. Weltcup-Podestplatz seiner Karriere bejubelte, war Weltmeister Anders Bardal mit einem gebrochenen Handgelenk schon auf der Heimreise. Der Sturz des Norwegers in der Qualifikation sorgte am Donnerstag für heftige Kritik an der Jury, die daraus die richtigen Lehren zog. Wegen zu starken Windes brach sie den Wettbewerb am Abend nach dem ersten Durchgang ab und kürte Halbzeit-Spitzenreiter Stefan Kraft aus Österreich zum Sieger vor dem Slowenen Peter Prevc.

Richtige Entscheidung

"Es ist heute schon zu viel passiert, als dass man das Risiko hätte eingehen können. Es war die richtige Entscheidung", kommentierte Bundestrainer Werner Schuster den Abbruch. Zufrieden war er auch mit dem Auftritt seiner Schützlinge. Neben Freund überzeugten auch Markus Eisenbichler als Sechster, Richard Freitag auf Rang neun und Jubilar Michael Neumayer an seinem 36. Geburtstag als Zwölfter. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Schuster.

Freund hatte seinen dritten Rang zunächst mit einem ungläubigen Kopfschütteln quittiert. Immer wieder schaute er auf das Tableau und traute dabei kaum seinen Augen. "Es hat sich im Hang sehr schön angefühlt, aber andere sind viel weiter gesprungen. Man konnte heute nur schwer einschätzen, was die Sprünge wert waren", erläuterte der Skiflug-Weltmeister sein Staunen.

Am Ende lag Freund 5,6 Punkte hinter Kraft, der bei schlechteren Windbedingungen ebenfalls auf 129,5 Meter kam. Der Tournee-Triumphator schlüpfte mit seinem zweiten Weltcupsieg ins Gelbe Trikot des Weltcup-Führenden. Mit 797 Punkten liegt er nun vor seinem Landsmann Michael Hayböck (754), Prevc (714) und Freund (693).

Überschattet wurde die Veranstaltung von Bardals Verletzung. Der Norweger konnte bei zu viel Aufwind seinen Sprung auf 140 Meter nicht stehen und brach sich das linke Handgelenk. "Das ist ärgerlich und schade, auch wenn es hätte schlimmer kommen können", sagte der 32-Jährige in einer Mitteilung des Norwegischen Skiverbandes. Wie lange der Titelträger von 2013 auf der Normalschanze ausfällt, ist ungewiss.

Bardal ist in dieser Saison bereits das zweite prominente Sturz-Opfer nach Simon Ammann. Der viermalige Olympiasieger aus der Schweiz hatte sich beim Finale der Vierschanzentournee am 6. Januar in Bischofshofen eine schwere Gehirnerschütterung und Prellungen zugezogen. Er hat das Krankenhaus mittlerweile verlassen.

Bleibende Schäden

Im Gegensatz dazu drohen dem in der Bischofshofen-Qualifikation schwer gestürzten Amerikaner Nick Fairall nach einer Wirbelsäulenverletzung bleibende Schäden. Der 25-Jährige hatte am Donnerstag nach Aussage seines Trainers Bine Norcic erstmals wieder ein wenig Gefühl in den Beinen. Eine Lähmung könne dennoch nicht ausgeschlossen werden. "Uns wurde gesagt, dass es auch eine Woche, ein Monat oder ein Jahr dauern könnte, bis er seine Beine wieder bewegen kann. Oder eben nicht", sagte Norcic der österreichischen "Kronen Zeitung".
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