Froome gibt Ton an

Christopher Froome zieht die Farbe an, die er am liebsten trägt: Gelb. Bild: dpa

Im Vorjahr musste er als unglücklicher Bruchpilot die Tour nach fünf Etappen verlassen. Chris Froome kam gestärkt zurück. Der 30-Jährige scheint auf bestem Weg, seinen Tour-Triumph von 2013 zu wiederholen. Aus der ersten Tourwoche ging er als Sieger aus dem Vierkampf hervor.

Christopher Froome ist der Gewinner der ersten Tourwoche. Von den "Großen Vier", die den Kampf um das Gelbe Trikot 2015 bestimmen, hat der Brite die beste Ausgangslage, wenn es ab Dienstag in die Pyrenäen geht. Der Sky-Kapitän, eigentlich nur Haut und Knochen, aber ein Kraftwerk mit enormen Kapazitäten, umschiffte bisher am sichersten die tückischsten Klippen der 102. Tour de France. Bisher verdiente sich der Mann im Gelben Trikot fast die Note eins - nur ein Etappensieg fehlt bisher.

Nach dem Team-Zeitfahren hat Froome vor dem ersten Ruhetag 1:03 Sekunden Vorsprung auf Alberto Contador, 1:59 Minuten auf Nairo Quintana und 2:22 Minuten auf den Vorjahressieger Vincenzo Nibali. Allerdings ist aus dem Vier- vorläufig ein Fünfkampf geworden, weil sich Tejay van Garderen als große Unbekannte in Froomes Tour-Puzzle auf den zweiten Platz mit nur 12 Sekunden Rückstand schob. Allerdings werden dem US-Radprofi im Hochgebirge nicht sie selben Kapazitäten wie den übrigen drei Herausforderern zugetraut.

Froome meisterte bei einer steifen Nordseebrise die Windkanten-Etappe nach Zeeland mit Bravour, genau wie die Kopfsteinpflaster-Passage nach Cambrai. Auf den bisher härtesten Steigungen an der Mauer von Huy in Belgien und an der Mur-de-Bretagne war er stets auf der Höhe des Geschehens. Der Sieger von 2013 hat offensichtlich aus seiner Katastrophen-Tour 2014 gelernt. Mehrere Stürze hatten ihn vor zwölf Monaten schon auf der fünften Etappe aus der Frankreich-Rundfahrt katapultiert und ihm fast den Ruf des Bruchpiloten eingebracht.

Vieles deutet bereits nach ersten Tourwoche auf einen neuerlichen Froome-Triumph hin, zumal sein Sky-Team bisher einen kompakten Eindruck hinterließ. "Wir haben diese Mentalität, vorne zu fahren", merkte Froome an.

Ergebnisse

8. Etappe, Rennes - Mûr-de-Bretagne (181,5 km): 1. Alexis Vuillermoz (Frankreich) - Ag2r La Mondiale 4:20:55 Std.; 2. Daniel Martin (Irland) - Team Cannondale-Garmin + 0:05 Min.; 3. Alejandro Valverde (Spanien) - Movistar Team + 0:10; 4. Peter Sagan (Slowakei) - Tinkoff-Saxo; 5. Tony Gallopin (Frankreich) - Lotto Soudal alle gleiche Zeit

9. Etappe, Mannschaftszeitfahren, Vannes - Plumelec (28 km): 1. BMC Racing Team (USA) 32:15 Min.; 2. Team Sky (Großbritannien) + 0:01; 3. Movistar Team (Spanien) + 0:04; 4. Tinkoff-Saxo (Russland) + 0:28; 5. Astana Pro Team (Kasachstan) + 0:35 ... 13. Bora-Argon (Deutschland) + 1:31; 16. Team Giant-Alpecin (Deutschland) + 1:37

Gesamtwertung: 1. Christopher Froome (Großbritannien) - Team Sky 31:34:12 Std.; 2. Tejay van Garderen (USA) - BMC Racing Team + 0:12 Min.; 3. Greg Van Avermaet (Belgien) - BMC Racing Team + 0:27; 4. Peter Sagan (Slowakei) - Tinkoff-Saxo + 0:38; 5. Alberto Contador (Spanien) - Tinkoff-Saxo + 1:03; 6. Rigoberto Uran (Kolumbien) - Etixx-Quick Step + 1:18; 7. Alejandro Valverde (Spanien) - Movistar Team + 1:50
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