Frühes WM-Aus für das deutsche Degen-Ass in Moskau - "Nicht der Anspruch"
Britta Heidemann: Rückschlag

Enttäuschung bei Britta Heidemann nach ihrem frühen Aus bei der WM in Moskau. Bild: dpa
WM-Bronze von Säbel-Ass Max Hartung folgte im deutschen Fechterlager der Frust, weil auch Britta Heidemanns phänomenale Erfolgsserie bei Weltniveau-Ereignissen riss. Die große Degen-Dame verlor im "Sudden Death" der zweiten Runde gegen Italiens ehemalige Europameisterin Bianca Del Carretto 13:14. Entsprechend groß war die Enttäuschung. "Es lag mal wieder einfach nur an einem Treffer", sagte Dauer-Medaillengewinnerin Heidemann, nachdem Silber von 2014 verloren war. "Das ist natürlich nicht der Anspruch, den Britta an sich selbst stellt und den wir an uns auch nicht stellen", kommentierte Sportdirektor Sven Ressel Heidemanns 19. Platz.

Mit dem Degen lief am Mittwoch in Moskau fast nichts. Beste war noch Heidemann-Vereinskollegin Alexandra Ndolo, die bei ihrer WM-Premiere unter den Top 16 beim 10:15 gegen Katrina Lehis aus Estland ausschied. Monika Sozanska aus Leipzig wurde 29., Ricarda Multerer aus Heidenheim belegte Rang 42. Für den zweimaligen Europameister Jörg Fiedler vom FC Leipzig (Rang 39) und Stephan Rein aus Heidenheim (41) war gleichfalls nichts zu holen.

Die Italienerin Rossella Fiamingo und Geza Imre aus Ungarn sind in Moskau die Titelträger mit dem Degen geworden. Fiamingo wiederholte am Mittwoch beim 15:5 gegen die Schwedin Emma Samuelsson ihren WM-Erfolg von 2014. Der bereits 40 Jahre alte Imre bezwang im Finale zweier Linkshänder Frankreichs Weltranglisten-Ersten Gauthier Grumier mit 15:14.

"Es ist wirklich scheiße gelaufen." Viel mehr musste Peking-Olympiasiegerin Heidemann gar nicht sagen. Sie tat es dennoch und fügte an, dass sie immerhin "gegen eine der Stärksten im Feld" verloren habe. Allerdings: "Ich habe sie in der Vergangenheit immer im Griff gehabt." In Moskau war das nicht der Fall - und das Aus ist für Heidemann ein Rückschlag im Kampf um die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Es wären ihre vierten.

Die Dauerprobleme an der Achillessehne machen der Weltmeisterin von 2007, Europameisterin von 2009 und Olympia-Zweiten von London noch immer zu schaffen. Schon bei der EM im Juni in Montreux (Platz 19) und bei den Europaspielen in Baku mit dem gleichfalls frühen Scheitern hatte Heidemann ihre große Dynamik nicht auf die Planche bringen können. "Mit fehlt einfach die Explosivität", sagte sie.

Nun gilt die Konzentration der so wichtigen Team-Entscheidung am Samstag: "Jetzt müssen wir uns auf die Mannschaft konzentrieren."
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