Frust beim BVB nach Achtelfinal-Aus - Champions-League-Einnahmen brechen weg
Magische Nächte weit weg

Das Klatschen von Trainer Jürgen Klopp (daneben Marco Reus) kann nur als aufmunternder Trost verstanden werden. Borussia Dortmund holte sich gegen Juventus Turin eine 0:3-Heimklatsche ab. Nach dem Achtelfinal-Aus wagt niemand zu prophezeien, wann der BVB in die europäische Königsklasse zurückkehren kann. Bild: dpa
Selbst die treuen Fans von der Dortmunder Südtribüne ergriffen schon Minuten vor dem Abpfiff die Flucht. Der unwürdige Abschied ihres Team von Europa trieb sie in Massen aus dem Stadion. Von den magischen Nächten, mit denen der BVB einst für Furore gesorgt hatte, blieb nur eine blasse Erinnerung. Nach dem 0:3 (0:1) gegen Juventus Turin dämmerte es allen Beteiligten, dass die paradiesischen Zeiten vorerst vorbei sind. Frustriert kommentierte Torhüter Roman Weidenfeller den Knockout: "Der Abschied ist schmerzhaft. Zumal keiner weiß, wann wir wieder in der Champions-League spielen werden."

Als sicher gilt, dass der Bundesliga-Zehnte im kommenden Jahr nicht dabei sein wird. Womöglich braucht der Branchenriese sogar noch länger als eineinhalb Jahre, um in den erlauchten Kreis von Europas Top-Clubs zurückzukehren. Denn im Duell mit der "Ergebnismaschine" Juve wurde offensichtlich, wie weit das Team inzwischen von der Klasse des Final-Jahres 2013 entfernt ist. Schon am Morgen danach ging die Aktie des börsennotierten Fußballvereins auf Sinkflug und verlor zeitweise rund fünf Prozent.

Auf die Frage, ob er das Ende einer Ära befürchte, antwortete Reinhard Rauball: "Nein, ich fürchte gar nichts. Das einzige, was ich feststellen konnte ist, dass das Spiel nicht den Anforderungen entsprach, die wir alle an uns gestellt haben." Ernüchtert fügte der BVB-Präsident hinzu: "Ich bedauere es, dass wir den deutschen Fußball nicht in einer Weise vertreten haben, wie wir das in der Vergangenheit getan haben."

Niemand kam auf die Idee, den Grusel-Kick im Achtelfinal-Rückspiel gegen den in allen Belangen überlegenen italienischen Rekordmeister schönzureden. Trainer Jürgen Klopp sprach von einem "Spiel zum Vergessen", Kapitän Mats Hummels von einer "unterirdischen zweiten Halbzeit". Nicht minder schonungslos fiel das Urteil von Nationalspieler Marco Reus aus. "Wir sind alle sehr enttäuscht, dass wir rausgeflogen sind - vor allem über die Art und Weise", klagte der Nationalspieler, "so sind wir das nicht gewohnt."

Nach vier Jahren mit insgesamt 37 Spielen muss der BVB auf unbestimmte Zeit ohne die üppigen Einnahmen aus der Königsklasse auskommen. Das dürfte den Umsatz um etwa 40 Millionen Euro senken. Für die dringend benötigte Renovierung des Kaders steht deutlich weniger Geld zur Verfügung.

Keine 24 Stunden nach dem missratenen Europapokal-Abend richtete Klopp seinen Blick auf die Partie am Samstag bei Hannover 96: "Wir können jetzt nicht halb leidend in das nächste Bundesliga-Spiel stolpern. Da muss ein Strich unter die Partie gegen Juve."
Weitere Beiträge zu den Themen: Lea (13790)März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.