Fubßall 2. Bundesliga
Die Kickers überraschen

Nicht Nürnberg, nicht Fürth - die Kickers Würzburg sind nach fünf Spieltagen die fränkische Nummer 1. Und auch bei den "Löwen" läuft es noch nicht.

Würzburg/Nürnberg/München. Lange wollten die Kickers Würzburg ihren Status als Nummer 1 in Franken nicht auskosten. "Klar kann man sich über den Tabellenplatz freuen, aber es geht ja am Mittwoch schon wieder weiter", sagte Trainer Bernd Hollerbach. Mit dem 3:0 im fränkischen Duell mit der SpVgg Greuther Fürth schob sich der Aufsteiger in der Tabelle weiter vor.

Drei Siege, ein Remis und eine Niederlage lautet bei 9:4 Toren die stolze Startbilanz des Clubs, der von der Regionalliga in die 2. Fußball-Bundesliga durchmarschiert ist. Und auch dort mischen die Würzburger anders als Fürth oder der große 1. FC Nürnberg munter oben mit. Nächster Prüfstein ist am Mittwochabend zu Hause das zwei Punkte hinter den Kickers platzierte Team von Union Berlin.

Dienstag brisantes Duell


Nach den Niederlagen sind der 1. FC Nürnberg und die SpVgg Greuther Fürth im Derby besonders hart gefordert. Nach einem 0:3 im kleinen Franken-Duell gegen Würzburg wollen die Fürther wieder jubeln, aber noch mehr steht der Club und dort vor allem Neu-Coach Alois Schwartz unter Druck. Richtig bereit für das traditionelle und brisante Duell scheint keiner der Rivalen. Am Dienstag ist es zum 261. Mal soweit, im Februar feierte der Nürnberg den 138. Sieg.

"Wir müssen die Fehler analysieren, abstellen und es dann am Dienstag besser machen", erklärte FCN-Torhüter Thorsten Kirschbaum. Für die gute Moral beim 4:5 in Bochum konnte sich sein Team nichts kaufen. "Wenn du auswärts vier Tore schießt, musst du eigentlich was mitnehmen", sagte Schwartz, für den die Situation schon früh in der Saison heikel ist. Aber die Ausfallliste beim Club wird immer länger. Schon in Bochum fehlten die verletzten Willi Evseev, Patrick Erras, Georg Margreitter, Rurik Gislason und Torwart Raphael Schäfer sowie der gesperrte Guido Burgstaller. Jetzt erwischte es auch noch Enis Alushi mit einem Innenbandanriss im Knie. "Es ist schwer gerade, aber wir dürfen jetzt nicht nachgeben", sagte Tim Leibold.

Kein Heimsieg


Leicht war das Wochenende auch für die Fürther bei der 0:3-Heimschlappe nicht. "Für uns heißt es jetzt weiterzuschauen. Es kommen wichtige Spiele", sagte Manager Ramazan Yildirim. Sein Team konnte nach Siegen gegen 1860 München und Aue erstmals in dieser Spielzeit nicht zu Hause gewinnen.

Hasan Ismaik sah nur das erfolglose Ende der wilden "Löwen"-Aufholdjagd. Der aus London angereiste Investor erreichte die Münchner Fußball-Arena nach einem verspäteten Flug erst, als das ärgerliche Endergebnis von 1:2 (1:2) gegen Union Berlin schon feststand. Und damit die Erkenntnis, dass die Verwandlung seiner Sechziger vom Abstiegsaspiranten zum Aufstiegskandidaten in der 2. Fußball-Bundesliga nicht über Nacht gelingen wird. "Ich habe gesagt, dass nichts ein Selbstläufer wird und wir jetzt nicht alles gewinnen werden", sagte Sportchef Thomas Eichin nach dem Dämpfer.

Ismaik hatte vor einer seiner seltenen Stippvisiten im Stadion das Ziel ausgerufen, "spätestens in den nächsten beiden Jahren" die langersehnte Rückkehr in die Bundesliga realisieren zu wollen. Wenn der Geschäftsmann aus Abu Dhabi am Freitagabend pünktlich auf seinem Tribünenplatz eingetroffen wäre, hätte er live miterleben können, wie die "Löwen" ihren Höhenflug selbst im Ansatz stoppten.

"Wir haben nicht gegen Union verloren, sondern gegen uns selbst", urteilte Michael Liendl. "Es muss auch mal einer reinflutschen", kritisierte Eichin, während der wie seine Kollegen im Abschluss glücklose Stürmer Sascha Mölders von der Grausamkeit des Fußballs sprach. "Der Ball wollte einfach nicht rein." In der Tabelle verpasste 1860 den Sprung nach oben.

Unnötige Niederlage


"Wir haben unnötig verloren", klagte Kosta Runjaic. Der Trainer sprach von einer "Lernphase für uns". Die runderneuerte Mannschaft hat zwar Potenzial, aber sie besitzt noch keine Konstanz und bestraft sich zudem mit individuellen Schwächen. "Das wirft uns nicht um", verkündete Mölders trotzig. Der Blick ging schon am Wochenende nach vorne Richtung Hamburg. "Es ist ein guter Weg, den wir eingeschlagen haben", erklärte Mölders. Im Auswärtsspiel am Donnerstag beim FC St. Pauli wird die weitere Richtung dieses Weges bestimmt.
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