Fußball
Aufstieg greifbar

Alles oder Nichts heißt es für die Würzburger Kickers und den MSV Duisburg. Der Außenseiter aus Unterfranken hat beim Kampf um den Durchmarsch die besseren Karten.

Duisburg. Beim märchenhaften Durchmarsch aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga sind die Würzburger Kickers fast am Ziel, aber der erfahrene Trainer warnt trotz des beträchtlichen Vorsprungs aus dem Hinspiel. "Ich habe schon die eine oder andere Schlacht geschlagen in meiner Laufbahn, und ich weiß, dass es noch mal verdammt schwer wird", mahnte Bernd Hollerbach. "Es ist ein besonderes Spiel: Wie ein Pokalspiel, in dem es um alles geht", sagte der frühere Meister-Co-Trainer von Felix Magath, der selbst in über 300 Spielen der 1. und 2. Bundesliga seinen Mann stand.

Nach dem 2:0 im ersten von zwei Relegationsspielen ist der fränkische Fußball-Drittligist vor dem Rückspiel am Dienstag (19.10 Uhr/ARD) beim MSV Duisburg für einige gar der Favorit. "Ich weiß, dass das Spiel noch nicht vorbei ist. Wir müssen unsere Leistung bringen, dann bin ich ganz guter Dinge", sagte Hollerbach. Noch vor zwölf Jahren spielten die Kickers in der Bezirksliga, jetzt winkt nach fast vier Jahrzehnten die Rückkehr in die 2. Liga.

Die Kickers, die seit Einführung der eingleisigen 3. Liga als zweite Mannschaft nach RB Leipzig den Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga schaffen könnten, sind beim Projekt Aufstieg aus dem Vorjahr gewarnt. Nach einem 1:0 in Saarbrücken mussten sie beim Rückspiel, damals zu Hause, doch noch ins Elfmeterschießen. "Man muss sich beim Spiel auf alles einstellen, das haben wir letztes Jahr auch erlebt", erinnerte Hollerbach. Er gehe zwar nicht von einem neuerlichen Elfmeterschießen aus, "aber wenn es so sein sollte, haben wir gezeigt, dass wir das auch können."

Auswärtsstärke


Zuversicht geben den Franken die zurückliegenden 13 Partien ohne Niederlage, dazu waren die Würzburger in der vergangenen Drittliga-Saison die beste Auswärtsmannschaft. "Wir wollen uns, wie wir es die ganze Saison gemacht haben, nicht hinten reinstellen, sondern unsere Chance nach vorne suchen", sagte Hollerbach. "Wir wollen nicht zu viel verändern, weil unsere Auswärtsbilanz war die Saison nicht so schlecht. Da müssen wir einfach weiter machen."

Mit Aufholjagden kennt sich der MSV Duisburg allerdings aus. "Die verrückte Rückrunde gibt mir Hoffnung für das Rückspiel", sagte MSV-Coach Ilja Gruew. Dem früheren Erstligisten und Bundesliga-Zweiten von 1964 droht mal wieder der Absturz in die 3. Liga. Der Druck ist immens. Doch genau aus diesem Umstand schöpfen die "Zebras" Mut.
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