Fußball
Blatter kassiert fürstliches Gehalt

Zürich. In der schwersten Finanz-Krise der Fifa seit mehr als einem Jahrzehnt hat sich Joseph Blatter mit einem fürstlichen Gehalt in den Ruhestand verabschiedet. Der inzwischen gesperrte frühere Präsident erhielt 2015 3,32 Millionen Euro vom Fußball-Weltverband, teilte die Fifa am Donnerstag in ihrem Finanzbericht mit. Darin enthalten war im Jahr des immensen Korruptionsskandals auch eine variable Zahlung von knapp 400 000 Euro für sein 40-jähriges Dienstjubiläum. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte die Fifa einen Verlust von 109,8 Millionen Euro - das erste Minus seit 2002.

Für das Ergebnis machte der Verband unter anderem "unvorhergesehene Kosten" wie Anwaltsgebühren und Kosten für außerplanmäßige Treffen verantwortlich. Im Vorjahr hatte die Fifa noch einen Gewinn von 127 Millionen Euro verbucht. Die Rücklagen schrumpften um 165 Millionen auf 1,206 Milliarden Euro.

Mit der zuletzt beschlossenen Statuten-Änderung wird die Veröffentlichung des Gehalts auch für neue Fifa-Präsident Gianni Infantino künftig zur Regel. Die Mitglieder des Exekutivkomitees, unter ihnen auch der zurückgetretene DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, erhalten eine jährliche Kompensation von 270 000 Euro.

Die rechtliche Aufarbeitung des Korruptionsskandals geht unterdessen weiter. Der für sechs Jahre gesperrte Blatter legte am Donnerstag beim Internationalen Sportgerichtshof CAS Einspruch gegen das Urteil der Fifa-Ethikkommission ein. Gegen seinen langjährigen und inzwischen entlassenen Generalsekretär Jérôme Valcke eröffnete die Schweizer Bundesanwaltschaft BA ein Strafverfahren wegen Verdachts der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie weiterer Delikte.

Mit ihrer Millionen-Entlohnung lagen Blatter und Valcke (1,9 Millionen Euro pro Jahr) deutlich über Thomas Bach, der als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees eine Kompensation von 225 000 Euro für seine ehrenamtliche Tätigkeit erhält.
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