Fußball
Blatter und Platini müssen reagieren

Joseph Blatter soll gewusst haben, dass sich Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke über WM-Ticket-Geschäfte persönlich bereichert hat. Bild: dpa

Zürich. Für Joseph Blatter und Michel Platini läuft im Kampf um Reputation und Ämter am Montag die nächste Frist ab. "Wir bestätigen, dass wir in der Nacht von Freitag auf Samstag die Urteilsbegründung erhalten haben. Wir werden sie lesen, analysieren und Montag Berufung vor dem Berufungskomitee einreichen", sagte Platinis Anwalt Thibaud d'Alès am Wochenende. Auch Blatter wird kämpfen: "Er wird Einspruch einlegen", erklärte sein Anwalt Richard Cullen am Sonntagabend.

Zuvor waren Platini und Blatter von der FifaA-Ethikkommission die schriftlichen Begründungen für die Sperren von jeweils acht Jahren zugestellt worden. Damit ist der formale Weg für einen Einspruch beim Berufungskomitee der Fifa und anschließend dem Internationalen Sportgerichtshof CAS geebnet. Beide Fußball-Funktionäre hatten angekündigt, alle möglichen Instanzen durchlaufen zu wollen. Blatters Anwälte halten auch einen Gang vor Schweizer Zivilgerichte für möglich.

Auch die ermittelnde Kammer der Fifa-Ethikkommission hat bis zum Montagabend Zeit, Einspruch gegen die Urteile für Blatter und Platini einzulegen. Das Gremium hatte den Tatbestand der Korruption für bewiesen angesehen und lebenslange Sperren für die Funktionäre gefordert. Nach dpa-Informationen werden die Urteilsbegründungen von der Ermittlungskammer noch intensiv geprüft.

Unterdessen deutet sich an, dass der 79-jährige Blatter auch im Verfahren gegen den suspendierten Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke zum Beschuldigten werden könnte. "Es ist offensichtlich, dass auch Blatter bei dieser Sache mit im Boot sitzt. Er hätte Valcke stoppen müssen", zitiert die Zeitung "Welt am Sonntag" einen namentlich nicht genannten Fifa-Mitarbeiter. Valcke wird persönliche Bereicherung bei Geschäften mit Tickets für die WM 2014 vorgeworfen.
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