Fußball-Bundesliga
Verbalattacken der Trainer in Leverkusen

Da coachen noch beide an der Außenlinie: Leverkusens Trainer Roger Schmidt (links) und Dortmunds Coach Thomas Tuchel gerieten sich nach dem Spiel in die Haare. Bild: dpa

Leverkusen. Der aufregende Fußball-Zweikampf war nach dem Abpfiff nicht zu Ende. Nach dem 0:2 bei Bayer Leverkusen lieferten sich der tief enttäuschte Dortmunder Chefcoach Thomas Tuchel und sein Kollege Roger Schmidt noch einen giftigen Schlagabtausch. "Ein faires Spiel sagt der Trainer der Mannschaft mit 21 Fouls zum Trainer der Mannschaft mit sieben Fouls", echauffierte sich Tuchel über die angebliche Härte im Westderby und die konträre Interpretation des harten Spielstils durch den Bayer-Trainer.

Nicht nur in der BayArena sah Tuchel seine Spieler als zu attackierendes Freiwild. "Gegen Mainz hatten wir 20 Fouls gegen uns, gegen Freiburg waren es 27 Fouls gegen uns. Irgendwann sind da Grenzen überschritten", klagte er.

Bayer-Trainer Roger Schmidt hielt den Vorwurf Tuchels, seine Leverkusener seien zu rüde aufgetreten, nicht nur für falsch, sondern kehrte ihn noch um. "Das war ein sehr faires Spiel. Es könnte aber auch so sein, dass Dortmund sehr gut darin ist, Fouls zu ziehen", konterte er kühl und brachte Tuchel erneut in Rage: "Da habe ich ein anderes Spiel gesehen, sorry."

"Wenn du verlierst, siehst du die Dinge auch mal anders", kommentierte Bayer-Sportchef Rudi Völler beschwichtigend die Trainer-Fehde. Auch BVB-Verteidiger Matthias Ginter fand die Aggressivität der Leverkusener nicht so schlimm: "Wenn das deren Mittel ist, so gegen uns zu spielen, ist es halt so. Letztendlich haben sie Recht bekommen".

Es war wohl nicht nur der Ärger Tuchels über die nach seiner Ansicht zu aggressiven Attacken gegen seine Spieler, von denen Gonzalo Castro und Sebastian Rode angeschlagen ausgewechselt werden mussten. Mehr noch wurmte ihn sicher, den 1:1-Ausrutscher vom FC Bayern gegen den 1. FC Köln nicht genutzt zu haben und nun mit vier Punkten Rückstand auf den Branchenprimus sowie hinter Hertha BSC als Tabellendritter in die Länderspielpause gehen zu müssen. Offen zugeben wollte Tuchel es nicht. "Das hat mit dem Ergebnis von Bayern München absolut nichts zu tun", sagte er barsch. Die BVB-Spieler teilten die Sichtweise ihres Trainers nicht. "Natürlich wäre das heute ein Big Point gewesen", sagte Gonzalo Castro nach der Niederlage bei seinem früheren Arbeitgeber mit Blick auf das Bayern-Remis. "Natürlich wollten wir nachziehen, weil Bayern Punkte liegengelassen hat", äußerte sich Marcel Schmelzer ähnlich.
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