Fußball
„Cooler“ Ancelotti kommt an

Die Bayernspieler scheinen zufrieden zu sein. Trainer Carlo Ancelotti Ancelotti strahlt Gelassenheit und Souveränität aus. Bild: dpa

Charlotte. Carlo Ancelotti ist auf der ersten großen Reise mit dem FC Bayern intensiv gefordert. Aber sein Wirken kommt an. Die Rolle als Pragmatiker und Menschenfänger erfüllt der Italiener auf Anhieb überzeugend. Training, Marketingtermine, Interviews, Reisen drei anspruchsvolle Testspiele in acht Tagen - mit einem Rumpfaufgebot seines Fußball-Starensembles bewerkstelligt er das sehr professionell mit seiner unaufgeregten, sachlichen und auch oft witzigen Art.

"Er gibt uns ein gutes Gefühl", berichtete Abwehrspieler Holger Badstuber vor der Weiterreise am Freitag aus Chicago nach Charlotte, der zweiten Station der Münchner US-Tournee. Nach dem rastlosen Entwickler Pep Guardiola tut dem Verein, den Spielern und auch dem Betreuerstab die Entschleunigung unter Ancelotti anscheinend gut.

Nach Trainerstationen in Italien, England, Frankreich und Spanien ist Ancelotti sehr gespannt auf die Bundesliga, die fünfte und letzte große Fußballliga, die ihm Europa zu bieten hat. "Es ist die nächste tolle Erfahrung und große Herausforderung für mich; wieder eine neue Sprache, eine neue Kultur, ein neues Land, ein neuer Verein", sagt der 57-Jährige: "Das hält mich jung!"

Kein permanentes Fordern


Kein Klagen, kein Stöhnen, kein permanentes Fordern - Ancelotti strahlt Gelassenheit und Souveränität aus. Dass ihm in den Spielen beim International Champions Cup gegen AC und Inter Mailand sowie Real Madrid gerade 13 Profis zur Verfügung stehen, nimmt er hin und macht das Beste draus. "Das Ergebnis ist unwichtig", urteilte er nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen den seinen Ex-Club AC Mailand: "Keiner hat sich verletzt. Das war am wichtigsten."

Der FC Bayern werde trotz der Handicap-Vorbereitung bereit sein, "um gut zu starten", versichert Ancelotti den Fans. Weitere Neuzugänge neben Weltmeister Mats Hummels und Europameister Renato Sanches fordert Ancelotti auch nicht.

Die großen Positionskämpfe im Luxuskader werden erst noch entbrennen. Aber erste Veränderungen im Bayern-Spiel sind bereits in den USA deutlich zu erkennen. Es wird schneller und direkter nach vorne gespielt. Der schematische, kontrollierte Ballbesitzfußball ist out. Ancelotti liebt die schnelle Attacke. Tests wie am Samstag (23.00 Uhr MESZ/Sport1) gegen Inter Mailand seien darum auch ohne etliche Stars wertvoll, wie Kapitän Philipp Lahm hervorhob.
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