Fußball
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Deutschland und die Welt
27.02.2016
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Frankfurt. In der WM-Affäre hat es den nächsten ranghohen DFB-Funktionär erwischt. Eine Woche vor der mit großer Spannung erwarteten Veröffentlichung des Freshfields-Reports zu den Vorgängen rund um die Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 trat am Freitag Generalsekretär Helmut Sandrock von seinem Posten beim DFB zurück.

Wie der Verband mitteilte, gibt der 59-Jährige sein Amt "auf eigenen Wunsch" mit sofortiger Wirkung auf. DFB-Interimspräsident Rainer Koch erklärte zudem am Rande des Fifa-Kongresses in Zürich, dass Sandrock "ernsthaft erkrankt" sei. Allerdings war der Generalsekretär in der WM-Affäre genau wie der ehemalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach massiv unter Druck geraten. Niersbach hatte bereits am 9. November 2015 seinen Hut genommen.

Es geht vor allem um die Frage, wie und wann Niersbach und Sandrock über die dubiose 6,7-Millionen-Euro-Zahlung des Verbandes an die Fifa erfahren haben, die im Zentrum der WM-Affäre steht. Nach Angaben des vom DFB fristlos gekündigten Vize-Generalsekretärs Stefan Hans sei das Spitzenduo bereits im Juni 2015 von ihm informiert worden. Dies legt auch ein Bericht der "Bild"-Zeitung vom Freitag nahe, die sich auf Gesprächsprotokolle von Hans beruft.

Auch vom prekären Vertrag mit dem damaligen Fifa-Spitzenfunktionär Jack Warner (Trinidad & Tobago) sollen Niersbach und Sandrock früher als von diesen bislang angegeben erfahren haben. Trotz dieser Indizienlage wies Koch einen Zusammenhang zwischen dem Sandrock-Rücktritt und dem Freshfields-Report am Freitagabend zurück. Sandrock hatte am 2. März 2012 die Nachfolge von Niersbach als Generalsekretär angetreten, der damals zum DFB-Präsidenten aufgestiegen war. Eigentlich hatte Sandrock am Freitag Teil der deutschen Delegation beim FIFA-Kongress in Zürich sein sollen, er fehlte offiziell aber aus gesundheitlichen Gründen.
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