Fußball
Der neue Trainer Thomas Schaaf der Hoffnungsträger bei Hannover 96

Der neue Trainer Thomas Schaaf hat in kurzer Zeit für gute Stimmung bei Hannover 96 gesorgt. Zwei neue Stürmer sollen die Tore schießen - doch Zweifel sind berechtigt.

Hannover. Alles neu bei Hannover 96. Nach einer schwachen Hinrunde hat der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist den Reset-Knopf gedrückt. Der erfahrene Thomas Schaaf ersetzte Michael Frontzeck auf der Trainerbank, dazu verpflichtete der Club gleich fünf Profis. Vor allem der neue Coach hat in Hannover bereits vor dem Rückrundenstart gegen Darmstadt 98 am Samstag für Aufbruchstimmung gesorgt. "Wir haben Rückenwind, das müssen wir ausnutzen", erklärte 96-Manager Martin Bader.

Der neue Trainer ist der größte Hoffnungsträger. "Er hat eine unglaubliche Akzeptanz, das hat es in Hannover noch nicht gegeben", schwärmte Clubchef Martin Kind über Schaaf. Auch Bader lobte den 54 Jahre alten Fußball-Lehrer. "Er weiß genau, was er vorhat", urteilte der frühere Nürnberger Manager. Für den Neuen zählt nur der Klassenverbleib. "Ich will mich dieser Aufgabe stellen, und ich will unbedingt unsere Ziele erreichen", sagte Schaaf.

Fünf neue Spieler


Um den drohenden Abstieg zu verhindern, war 96 wie kein anderer Bundesligist auf dem Wintertransfermarkt tätig. Adam Szalai (Hoffenheim) und Hugo Almeida (Anschi Machatschkala) sind als sofortige Verstärkungen vorgesehen und stehen vor ihrem Debüt. Iver Fossum (Strømsgodset/NOR), Hotaru Yamaguchi (Cerezo Osaka/Japan) und Marius Wolf (1860 München) gelten eher als Perspektivspieler.

Geld steht zur Verfügung


"Gott sei Dank ist der Club wirtschaftlich so aufgestellt, Dinge zu machen, die andere Clubs im Norden nicht machen können", sagte Bader im Hinblick auf den klammen Abstiegskonkurrenten Werder Bremen und den Hamburger SV, die keine großen Ausgaben tätigen konnten. Weiteres Geld steht in Hannover zur Verfügung. "Wenn es sein muss, schlagen wir noch einmal zu", erklärte Bader.

Gegen Darmstadt soll der Neustart gelingen. Schaaf wird aller Voraussicht nach seine gewohnte 4-4-2-Taktik mit Raute auch in Hannover spielen lassen. Genau dafür hat der Verein Szalai und Hugo Almeida als neues Angriffs-Duo geholt. "Mit ihnen haben wir eine deutlich bessere, größere, stärkere Präsenz im Angriff", erläuterte der 96-Trainer.

Vor allem hinter Almeida steht aber ein Fragezeichen. Wie lange hält der 31-Jährige durch? Der Portugiese, der unter Schaaf von 2006 bis Januar 2011 bereits in Bremen spielte, sorgte mit seiner Einstufung zu seinem Fitnesszustand für Verwirrung. "Ich bin bei 50 bis 60 Prozent", antwortete der bullige Stürmer. "Ihm fehlt noch etwas die Spielpraxis", sagte Schaaf. Dennoch gilt Hugo Almeida am Samstag als gesetzt.

Zeit hat 96 nicht. Den Verantwortlichen ist klar, wie wichtig ein Sieg gegen Darmstadt ist. "Wir haben momentan kein großes Selbstbewusstsein", erklärte Manager Bader und nahm etwas Druck von den Profis. "Das Spiel ist ein Fingerzeig, aber wir dürfen den Spielern keinen zu großen Rucksack mitgeben."
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