Fußball
Derby soll Wende einläuten

Der zuletzt gesperrte Guido Burgstaller (rechts) kehrt rechtzeitig zum Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth in den Kader des 1. FC Nürnberg zurück. Bild: dpa

Im Mai schnupperte der Club noch an der Bundesliga. Vier Monate später findet sich der Traditionsclub auf einem Abstiegsplatz wieder. Ausgerechnet jetzt steht das für die fränkische Seele wichtigste Spiel an.

Nürnberg. Trendwende oder zusätzlich Derby-Frust? Nach einem alarmierenden Fehlstart ist der Druck bei Fast-Aufsteiger 1. FC Nürnberg vor dem Franken-Duell noch größer als sonst. "Wir wissen, dass dieses Spiel die ganze Region elektrisiert. Wir können dort etwas gutmachen", sagte der angeschlagene Mittelfeldakteur Kevin Möhwald vor der 261. Auflage am Dienstag (17.30 Uhr/Sky). Ein Sieg muss zu Hause gegen die SpVgg Greuther Fürth her, sonst würden sich auch die Zukunftsaussichten des neuen Trainers Alois Schwartz drastisch verschlechtern.

"Wenn die Ergebnisse ausbleiben, hat man keine Sympathien", sagte Schwartz nach dem turbulenten 4:5 beim VfL Bochum. "Druck hat man immer, das gehört dazu. Wir beschäftigen uns mit der Situation. Aber wir wissen, dass wir sie korrigieren können." Zwei Punkte aus fünf Spielen lautet seine trübe Liga-Bilanz. Mit 8:15 Toren stellen die Nürnberger die Schießbude der Liga. "Dass man so viele Gegentore frisst, hat mir gar nicht gefallen, diese Passivität müssen wir ablegen", sagte Schwartz.

Sportvorstand Andreas Bornemann stärkt Schwartz bislang den Rücken. Eine Derby-Pleite würde den Ärger der Anhänger über die sportliche Tristesse noch größer werden lassen. Allerdings zeigten die Nürnberger Profis beim wilden Torspektakel in Bochum eine bemerkenswerte Moral und gefielen zumindest mit ihrem Offensivspiel. "Das Derby ist doch für uns eine Riesenchance, ein paar Dinge wieder geradezurücken und uns Selbstvertrauen zu holen", sagte der 49-jährige Schwartz im "kicker".

Dem früheren Coach des SV Sandhausen, für den die Franken eine Ablöse zahlten, macht die Arbeit im neuen und schwierigen Umfeld "genauso viel" Spaß wie zum Start seiner Mission. "Ich habe gewusst, dass es kompliziert werden kann. Aber dass wir nach dem fünften Spieltag mit nur zwei Punkten und 15 Gegentoren auf dem vorletzten Tabellenplatz stehen, damit habe ich nicht gerechnet", räumte Schwartz ein.

Auch die Einstimmung des kleineren Lokalrivalen auf sein wichtigstes Spiel des Jahres hätte kaum schlechter verlaufen können. Das 0:3 gegen die Kickers Würzburg verdarb der Spielvereinigung den vergangenen Spieltag. "Es gibt keine Favoritenrolle", sagte Trainer Stefan Ruthenbeck. "Ein Derby ist fast wie ein Pokalspiel. Die Mannschaft, die weniger Mut haben wird, wird verlieren."

Bei den Fürthern sind die Einsätze von Sebastian Freis, Veton Berisha und Jürgen Gjasula fraglich. Der gesperrte Robert Zulj fehlt ohnehin. Bei den Nürnbergern kehrt der zuletzt gesperrte Guido Burgstaller zurück. Verzichten muss der FCN weiterhin auf die verletzten Willi Evseev, Patrick Erras, Georg Margreitter, Rurik Gislason und Torwart Raphael Schäfer. Am Wochenende kam Enis Alushi mit einem Innenbandanriss im Knie als nächster Ausfall dazu.

Das Derby ist doch für uns eine Riesenchance, ein paar Dinge wieder geradezurücken und uns Selbstvertrauen zu holen.Club-Trainer Alois Schwartz

2. Bundesliga

6. Spieltag

Stuttgart - Braunschweig Di. 17.30

Nürnberg - Fürth Di. 17.30

Sandhausen - Heidenheim Di. 17.30

Düsseldorf - Bochum Di. 17.30

Hannover - Karlsruhe Mi. 17.30

K'lautern - Dresden Mi. 17.30

Aue - Bielefeld Mi. 17.30

Würzburg - Union Berlin Mi. 17.30

St. Pauli - 1860 München Do. 20.15



1. Eintracht Braunschweig 5 14:3 15

2. FC Kickers Würzburg 5 9:4 10

3. 1. FC Heidenheim 1846 5 7:4 10



4. VfB Stuttgart 5 6:5 9

5. 1.FC Union Berlin 5 13:9 8

6. Hannover 96 5 11:7 8

7. VfL Bochum 1848 5 9:9 8

8. SG Dynamo Dresden 5 6:6 8

9. TSV 1860 München 5 4:4 7

10. SpVgg Greuther Fürth 5 6:9 7

11. FC Erzgebirge Aue 5 7:6 6

12. Fortuna Düsseldorf 5 4:5 6

13. SV Sandhausen 5 6:8 4

14. FC St. Pauli 5 4:7 4

15. Karlsruher SC 5 2:6 4



16. DSC Arminia Bielefeld 5 8:10 3

17. 1.FC Nürnberg 5 8:15 2

18. 1. FC Kaiserslautern 5 1:8 2
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