Fußball
DFB-Elf zu Gast bei Papst Franziskus

Die Nationalspieler (von links) Thomas Müller, Mats Hummels und DFB-Präsident Reinhard Grindel überreichten Papst Franziskus ein Trikot der DFB-Elf mit dem Slogan "Fußball verbindet uns." Bild: dpa

Die Audienz beim Papst hat Joachim Löw und seine Spieler beeindruckt. Und ein bisschen sei auch der Argentinier Franziskus als Ehrenmitglied beim TSV 1860 München mit Weltmeister geworden. Jetzt soll im Klassiker gegen Italien ein gelungener Jahresabschluss folgen.

Mailand. Nach emotionalen 20 Minuten bei Papst Franziskus geht es für den Weltmeister wieder um Fußball. Auf der Reise von Rom nach Mailand ordnete Joachim Löw sein Personal, mit dem er zum Abschluss des Länderspiel-Jahres die Neuauflage des Klassikers gegen Italien angehen und den historischen dritten Sieg in Serie sichern will. "Es sind andere Vorzeichen als bei der EM, wo viel auf dem Spiel stand. Beide Mannschaften können befreit von diesem Druck in der Offensive mehr tun", sagte der Bundestrainer und erwartet so ein attraktives 35. Aufeinandertreffen der beiden viermaligen Weltmeister.

Die verjüngte deutsche Nationalmannschaft will am Dienstag (20.45 Uhr/ARD) im altehrwürdigen San Siro "den positiven Trend fortsetzen", betonte Manager Oliver Bierhoff: "Nicht nur vom Ergebnis, sondern auch von der Art und Weise." Gegen Italien kann das DFB-Team seinen dritten Sieg in Serie einfahren. Das gelang in bislang 34 Spielen seit 1923 noch nie. In diesem Jahr gewann man zunächst den Test im März in München mit 4:1 und schaffte dann mit dem packenden 6:5 im Elfmeterschießen im EM-Viertelfinale von Bordeaux den ersten Pflichtspielsieg überhaupt gegen den langjährigen Angstgegner.

86. Debütant der Löw-Ära


Löw kündigte bereits an, dass der junge Wolfsburger Yannick Gerhardt (22) als 86. Debütant in seiner Amtszeit gegen die Mannschaft des neuen italienischen Nationaltrainers Giampiero Ventura als Linksverteidiger in die Startelf rückt.

Auf jeden Fall sei es die richtige Entscheidung gewesen, nach dem 8:0-Kantersieg in der WM-Qualifikation bei den Amateuren von San Marino nach Rom zu gehen. "Das Umschalten geht schnell, wir sind es gewohnt", betonte Abwehrmann Mats Hummels. Noch am Montagmorgen hatte er mit seinem Bayern-Kollegen Thomas Müller sowie Benedikt Höwedes, Mario Gomez und Ilkay Gündogan zu jener Spieler-Abordnung gehört, die dem argentinischen Papst ein signiertes deutsches Weltmeister-Trikot mit der Unterschrift "Fußball verbindet uns" überreichten.

"Ich mache mir ganz konkrete Gedanken, wie ich die Belastungen der Spieler verteilen will", sagte der 56-jährige Bundestrainer. Was auch als klare Reaktion auf die jüngste Kritik von Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge an den Terminen und Gegnern der Nationalmannschaft verstanden werden darf. "Von daher kann sich kein Verein beschweren. Kein Spieler wird überbelastet zurückkommen", versprach Löw.

Da im Test gegen Italien sechs Spieler gewechselt werden können und Löw schon allen Akteuren seines Kaders für den Doppelspieltag mindestens einen Einsatz versprochen hatte, wird er die Belastung verteilen. Neben Gerhardt, Bernd Leno im Tor und dem auch in die Startelf rückenden Benedikt Höwedes hatten auch Sebastian Rudy, Shkodran Mustafi, Jonathan Tah und Julian Weigl in San Marino nicht auf dem Platz gestanden.

Ob sich der Papst als bekennender Fan Argentiniens das Freundschaftsspiel Italien gegen Deutschland anschauen wird, kam bei der Audienz nicht zur Sprache. Vor allem die soziale Komponente des Sports stand im Vordergrund. "Siege im Fußball sind immer Mannschaftssiege. Ihre Mannschaft definiert sich über diese Qualität. Dabei sind Siege im Spitzensport nicht nur von einer großen Disziplin abhängig, sondern auch von Verantwortung und Respekt füreinander", betonte das Oberhaupt der katholischen Kirche in seiner Ansprache.

1860-Ehrenmitglied


Ein bisschen aber ging es auch um das Fußball-Herz, dass die Begegnung mit den deutschen Fußballern dem Papst geöffnet habe, wie DFB-Präsident Reinhard Grindel beobachtet hatte. Franziskus ist nicht nur Ehrenmitglied des argentinischen Erstligisten San Lorenzo de Almagro, sondern auch von 1860 München. Darauf wies der DFB-Chef in seiner Ansprache im Vatikan hin. So sei der Papst "auch Weltmeister geworden", übermittelte Grindel dem Heiligen Vater.

Siege im Fußball sind immer Mannschaftssiege. Ihre Mannschaft definiert sich über diese Qualität.Papst Franziskus
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