Fußball
Die EM als letzte große Bühne

Wirft Irlands Torwart Shay Given das Handtuch? Der 40-Jährige ist einer von vielen "Oldies", die in nächster Zeit über ihre Zukunft in den nationalen Auswahlen ihrer Länder entscheiden werden. Bild: dpa
 
Zlatan Ibrahimovic hat die Kapitänsbinde abgelegt. Er hat sich bereits aus Schwedens Nationalelf verabschiedet. Bild: dpa

Nur wenige Routiniers nutzen beim EM-Turnier in Frankreich die Chance für den großen Abschied. Vielmehr schweigen Stars wie Casillas, Rosicky oder Keane bewusst zu ihrer Zukunft - oder sorgen mit mysteriösen Botschaften für Verwirrung.

Paris. Die große Rücktrittswelle bleibt (noch) aus. Schwedens Zlatan Ibrahimovic nutzte gleich die EM-Bühne für seinen Abschied aus dem Nationalteam, ansonsten zierten sich zahlreiche Alt-Stars direkt nach dem Aus bei der Euro mit dem endgültigen Schritt. In den kommenden Tagen wird noch von einigen Routiniers ihre Entscheidung erwartet - ein Überblick über kryptische Videobotschaften, tränenreiche Auftritte und schweigsame Abgänge.

Spanien

Zwar hat noch keiner der spanischen Stars seinen Rücktritt aus dem Nationalteam offiziell verkündet, doch zumindest Torhüter Iker Casillas wird wohl nicht mehr für "La Furia Roja" spielen. Kurz nach dem EM-Aus veröffentlichte der 35-Jährige, der bei dem Turnier nur noch die Nummer zwei war, auf Twitter eine Szene aus dem Film "Rambo II". "Ich weiß nicht wohin, aber ich gehe", sagt Rambo in der Szene. Andere spanische Stars wie Andrès Iniesta haben sich nach dem Achtelfinal-Aus gegen Italien noch nicht zu ihren Plänen geäußert.

Italien

Der Ex-Wolfsburger Andrea Barzagli hatte vor der EM angekündigt, die Nationalelf nach dem Turnier verlassen zu wollen. Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Deutschland brach der 35-Jährige zwar in Tränen aus - allerdings überzeugte der neue Nationalcoach Giampiero Ventura den Routinier, doch noch weiterzumachen. Auch der 38 Jahre alte Kapitän Gianluigi Buffon denkt noch nicht ans Karriereende und will bis 2018 für die Azzurri spielen. Andere Routiniers wie der 2006er Weltmeister Daniele de Rossi haben sich noch nicht zu ihrer Zukunft geäußert.

Schweden

Zlatan Ibrahimovic schaffte frühzeitig Klarheit. Schon vor dem letzten Gruppenspiel erklärte er, dass nach der EM in Schwedens Team Schluss für ihn sei. Und dann war es früher zu Ende als erhofft. Nach dem Scheitern in der Vorrunde gegen Belgien stand der 34-Jährige einsam am Mittelkreis, nahm sich die Kapitänsbinde vom Arm und verabschiedete sich von jedem seiner Mitspieler. "Es wird keinen neuen Zlatan geben", verkündete Nationaltrainer Erik Hamrén.

Tschechien

Im Moment der Enttäuschung wollte Petr Cech sich nicht festlegen. Er müsse sich erstmal sammeln, bevor er über seine Zukunft befinde, erklärte der 34 Jahre alte Keeper nach dem enttäuschenden Aus in der Vorrunde. "Ich denke, ich werde in den nächsten zwei Wochen eine Entscheidung treffen, also rechtzeitig vor dem Beginn der WM-Qualifikation." Auch Tomás Rosicky hatte nach seiner Verletzung offengelassen, ob er in Zukunft noch einmal ins Nationaltrikot zurückkehrt.

Österreich

In einem 80-sekündigen Internetvideo gab Christian Fuchs seinen überraschenden Entschluss bekannt. "Ich habe alles mit vollster Leidenschaft gemacht und bin sehr, sehr stolz", verkündete der frühere Bundesligaprofi das Ende im ÖFB-Team nach zehn Jahren. In Frankreich hatte der 30-Jährige die Auswahl von Marcel Koller noch als Kapitän aufs Feld geführt, hatte aber auch das schmachvolle Vorrunden-Aus nicht verhindern können. Der Verband erklärte, dass familiäre Gründe für Fuchs den Ausschlag gegeben hätten.

Irland

Arm in Arm verabschiedeten sich Robbie Keane und Shay Given von den irischen Fans. Das Farewell von der EM darf als Symbol für den Generationswechsel bei den "Boys in Green" gelten - auch wenn weder der 35 Jahre alte Kapitän noch der fünf Jahre ältere Keeper endgültig ihren Rücktritt erklärt haben. "Die Entscheidung liegt voll bei den Spielern", erklärte Nationaltrainer Martin O'Neill.

Ich denke, ich werde in den nächsten zwei Wochen eine Entscheidung treffen, also rechtzeitig vor dem Beginn der WM-Qualifikation.Petr Cech über seine Zukunft im Tschechischen Nationalteam
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