Fußball
"Dosenöffner" Reus

Kein Bayern-Jäger, aber immerhin "best of the rest". Borussia Dortmund überzeugt beim 3:1 in Gladbach. Die Gastgeber haben ein Defensivproblem.

Mönchengladbach. Die Kampfansage an den FC Bayern blieb aus, doch der Stolz auf einen perfekten Rückrunden-Start war allgegenwärtig. "Wir konnten Punkte auf die Verfolger gut machen, das ist fantastisch. Das war wichtig, weil Platz zwei unser großes Ziel ist", sagte Borussia Dortmunds Kapitän Mats Hummels nach dem 3:1 (1:0)-Erfolg beim Konkurrenten Borussia Mönchengladbach. Auch Trainer Thomas Tuchel war mit dem ersten Auftritt im neuen Jahr in einem komplizierten Spiel hochzufrieden. "Das war eine sehr reife und erwachsene Leistung. Wir hatten uns vorgenommen, Männer-Fußball zu spielen".

In anderen Zeiten wären die Dortmunder mit 41 Punkten wohl Tabellenführer und erster Meisterschaftsanwärter. Doch acht Punkte Rückstand auf die Bayern an der Spitze und acht Punkte Vorsprung auf Hertha BSC auf Platz drei bedeuten derzeit eine Komfortzone mit realistischen Champions-League-Aussichten - aber auch nicht mehr. Das weiß Trainer Tuchel, der an der Vorherrschaft der Bayern keine Zweifel hat. "Die letzten vier Jahre lassen nichts Gutes hoffen", meinte der Coach und betonte: "Wir machen unser Ding".

Das haben sie am Samstag überzeugend vorgetragen mit einem treffsicheren Marco Reus, der zum fünften Mal in dieser Saison das 1:0 erzielte, einem aufmerksamen Kapitän Hummels, dem Tuchel eine außergewöhnliche Leistung attestierte und einem überragenden Spielgestalter Ilkay Gündogan, der selbst zum 3:1 traf.

Die Gladbacher hatten nach dem 0:2 durch Henrich Mchitarjan zwischenzeitlich durch Raffaels Anschlusstreffer zum 1:2 noch mal Hoffnung, doch Gündogan entschied die Partie endgültig und freute sich: "Das ist ein toller Tag für den BVB."

Reus, der sich aus Respekt vor seinem ehemaligen Club den Torjubel verkniff, weiß aber, dass zu alter Stärke noch etwas fehlt. "Es braucht seine Zeit, bis man das Level erreicht." Die Mitspieler sind jedenfalls froh, dass er wieder zu alter Form findet. "Er ist vor dem Tor eiskalt. Sein 1:0 war der Dosenöffner", befand Gündogan.
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