Fußball
Durststrecke gegen Siegesserie

Irre Wut oder ausgelassene Freude: Jürgen Klopp wird wieder durch ein Tal der Emotionen gehen, wenn sein FC Liverpool heute im Europa-League-Finale auf den FC Sevilla trifft. Bild: dpa

Basel. Es ist die letzte Chance für Jürgen Klopp und den FC Liverpool. Nur bei einem Sieg im Europa-League-Finale gegen den FC Sevilla am Mittwochabend (20.45 Uhr/Sky und Sport 1) vermeiden die Reds eine Europapokal-Saison als Zuschauer auf der Couch. Die Titelverteidiger aus Spanien können nur mit dem Rekord eines dritten Europa-League-Triumphs in Serie noch die Qualifikation zur Champions-League schaffen. Doch bevor sie sich Gedanken über mögliche Konsequenzen machen, glauben beide Teams an ihre Chance im St. Jakob-Park von Basel.

"Sevilla ist nicht besser als wir - und wir sind nicht besser als Sevilla. Es geht um die Kleinigkeiten", betonte Klopp vor seinem zehnten Finale als Fußballtrainer einer Profimannschaft. "Wir müssen es schaffen, dass jeder von uns das Spiel genießen kann. Wenn du den Druck spürst, hast du keine Chance."

Seit dem Champions-League-Sieg 2005 wartet Liverpool auf einen großen Titel. Als Achter der Premier League verpassten sie die erneute Qualifikation für die Europa-League. Doch sieben Monate nach seinem Debüt für den englischen Traditionsverein geht der ehemalige Coach von Borussia Dortmund immerhin schon in sein zweites Endspiel mit dem Club. "Das hätte ich mir damals nicht vorstellen können", sagte der Nachfolger von Brendan Rodgers.

Beim ersten Finale im Februar unterlagen die Reds im Ligapokal Manchester City im Elfmeterschießen. "Das war sehr enttäuschend", gestand der deutsche Nationalspieler Emre Can. "Aber ich denke, uns als Team wird es am Mittwoch helfen." Adam Lallana, mit drei Treffern Liverpools bester Schütze in der Europa-League, verriet: Klopp nannte die Partie gegen City schon vor dem Anpfiff "das erste von vielen Finals, die wir gemeinsam spielen werden". Gewinnt Liverpool nun das zwölfte Europacupfinale seiner Vereinsgeschichte, holt Klopp als erster deutscher Trainer einen Titel mit einer englischen Mannschaft.

Dazu muss der impulsive frühere Borusse, der im Viertelfinale den BVB aus dem Wettbewerb warf, aber die Seriensieger aus Spanien aufhalten. Nach den Erfolgen 2006 und 2007 holte das Team von Trainer Unai Emery den Titel auch 2014 und 2015. Als Siebter der Primera Division ist Sevilla sicher in der dritten Qualirunde zur Europa-League, könnte aber schon jetzt das Ticket für die Champions-League lösen.

"Die sind sehr stark und schwierig zu bespielen", sagte Klopp vor dem ersten Europapokal-Duell der beiden Vereine. "Die haben gute Stürmer und erfahrene Abwehrspieler. Zwei gute Clubs, zwei große Vereine spielen um einen großen Pokal - so sollte Fußball sein."
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