Fußball
Ein Hammertor von "Emma"

Aus spitzestem Winkel schmetterte Lothar Emmerich den Ball zu einem denkwürdigen Tor unter die Latte des spanischen Gehäuses, in dem der hechtende Torhüter Jose Angel Iribar geschlagen war. Mit diesem spektakulären Treffer zum 1:1-Ausgleich gegen Spanien bei der WM 1966 verewigte sich "Emma" in der Fußballgeschichte. Am Ende siegte die deutsche Nationalelf mit 2:1. Bild: dpa

Dortmund. Eine Blume auf das Grab von Lothar Emmerich zu legen wäre am Mittwoch keine schlechte Idee. Der ehemalige Nationalspieler hat zwar weder Geburts- noch Todestag, doch der 20. Juli 1966 ist für viele Fußballfans ein denkwürdiges Datum. Vor 50 Jahren hämmerte der Dortmunder bei der WM in England den Ball mit einem fulminanten Schuss fast von der Grundlinie ins spanische Tor. Emmas linke Klebe zählt zu den Toren, die man nicht vergisst.

"Ich habe nicht einfach draufgeknallt, sondern instinktiv die Lage gepeilt und den richtigen Winkel gewählt", berichtete Emmerich später über den berühmten Treffer aus angeblich unmöglichem Winkel. Für den gelernten Autoschlosser war er dennoch möglich. Auch Bundestrainer Helmut Schön reagierte. Emmerich durfte bis zum Finale, das durch das legendäre Wembley-Tor entschieden wurde, für das DFB-Team spielen.

Nach der WM war die kurze Nationalmannschafts-Karriere des Stürmers schon wieder beendet. Der zweimalige Bundesliga-Torschützenkönig von 1966 und 1967 absolvierte nur fünf Länderspiele, vier davon bei der WM. Eine ungewöhnliche Bilanz. Mit lockeren Sprüchen wie "Gib mich die Kirsche" oder dem Lasso-Torjubel war "Emma" seiner Zeit etwas voraus. Als Trainer hatte er später nicht so viel Erfolg. Emmerich starb am 13. August 2003 an Lungenkrebs. Er ist auf dem Bezirksfriedhof Dortmund-Marten begraben.
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