Fußball-EM 2016
Achtelfinale gegen die Slowakei als Vorspiel für die Gigantenduelle

Deutschlands Reiseweg bis zum EM-Triumph steht. Die Königsetappen nach dem Achtelfinale gegen die Slowakei würden brutal schwer. Italien, Spanien, Frankreich, England - Fußballfeste stehen an.

Évian-les-Bains. Die Aussicht auf die prickelnden Kraftproben gegen Turnier-Angstgegner Italien, Titelverteidiger Spanien oder Gastgeber Frankreich treibt Joachim Löw das Adrenalin in die Adern. Nach dem "zähen" Vorgeplänkel in der Gruppenphase geht das EM-Turnier für den Bundestrainer und seine wieder titelhungrigen Weltmeister mit dem Achtelfinale gegen die Slowakei richtig los. "Ich freue mich auf die K.-o.-Runden, das sind für mich die tollen Spiele", sagte Löw nach dem Gruppensieg, der dem Team aber auch die hammerharte Königsetappen auf der Frankreich-Tour einbrockte. Löw steckt plötzlich mitten im Weltmeister-Rudel: Alle vier weiteren Weltchampions aus Europa befinden sich auf der Strecke ins Finale am 10. Juli in Paris. "Bei der Europameisterschaft ist das so egal, wer kommt. Du musst sowieso gegen alle gewinnen, damit du am Ende den Titel holst", sagte Mesut Özil.

"Neues Turnier beginnt"


Nach der Pflichtaufgabe gegen die Slowaken am Sonntag (18.00 Uhr) in Lille würde Kracher auf Kracher folgen: Im Viertelfinale Spanien oder Italien in Bordeaux, danach vermutlich Frankreich oder England beim Halbfinale in Marseille. "Ab jetzt beginnt ein neues Turnier", sagte Torjäger Mario Gomez.

"Jetzt brauchen wir jedes Mal unser bestes Spiel", mahnte Thomas Müller nach dem Chancenwucher in der letzten Vorrundenpartie gegen chancenlose Nordiren. Von 26 Schüssen landete einer im Netz. Trotz dieses "Mankos" (Mats Hummels) blickte der weiter torlose Müller optimistisch nach vorne. "Die Grundzutaten für einen Erfolg sind da. Die Basis stimmt, auch in großen Spielen erfolgreich zu sein", sagte der Münchener.

Auch Löw stimmten die spielerischen Fortschritte, die Vielzahl der Großchancen sowie die defensive Stabilität mit drei Partien ohne Gegentor zuversichtlich. Aber die miese Torausbeute erzürnte ihn. "Damit kann man nicht spaßen", rügte Löw. Die Verschwendung ärgerte den Chefcoach besonders, weil die knappe Führung ihn zwang, selbst den angeschlagenen Abwehrchef Jérôme Boateng lange auf dem Platz lassen zu müssen. "Wir hätten in der Halbzeit 3:0 oder 4:0 führen müssen. Dann hätten wir den einen oder anderen Spieler nach 45 Minuten schonen können", grantelte Löw.

Champions-League-Sieger Toni Kroos analysierte die Situation treffend. "Wir müssen daran arbeiten, dass wir in der K.-o.-Phase die Tore machen. Sonst kann es mal eng werden. Einen so harmlosen Gegner wie die Nordiren bekommen wir in diesem Turnier nicht mehr", sagte der Profi von Real Madrid.

Nur zu Null reicht nicht


Löw wird den Fokus erst spät auf den Achtelfinalgegner lenken. "Wir wissen schon, was auf uns zukommt", sagte der Bundestrainer, der bis Mittwochabend warten musste, ehe die Slowakei als Gegner feststand. Der Drittplatzierte der England-Gruppe werde "sein Heil gegen uns nicht in der Offensive suchen. Aber irgendwann muss der Gegner was tun, sonst fährt er nach Hause", meinte Löw. Mauern allein genüge ab sofort nicht mehr: "Wenn man immer nur zu Null spielen will, kommt man in der K.-o.-Runde nicht weiter."
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