Fußball-EM 2016
Beim "Battle of Britain" bleibt es ruhig

Mit Tränengas ging die französische Polizei in Lille gegen randalierende Engländer vor. Bild: dpa

Trier/Berlin/Paris. Zwölf Hooligans hat die Bundespolizei im Saarland vor dem EM-Spiel Deutschland-Polen an der Reise nach Frankreich gehindert. "Die waren gewaltbereit", sagte der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Bexbach, Jürgen Glaub. In Saint-Denis feierten die Fans vor der Partie am Donnerstagabend friedlich. Auch nach dem "Battle of Britain" zwischen England und Wales in Lens gab es ein ausgelassenes Fußballfest und keine Gewalt.

Schnellverfahren


Drei russische Hooligans wurden - fünf Tage nach den schweren Ausschreitungen in Marseille - am Donnerstag zu Haft verurteilt. Im Schnellverfahren verhängte das Gericht die Gefängnisstrafen von 12, 18 und 24 Monaten wegen Beteiligung an den Übergriffen rund um das Spiel England-Russland am vergangenen Samstag, wie die französische Agentur AFP berichtete. Die entscheidenden Hinweise für die Verfahren kamen aus Russland. Damit sei eine Festnahme möglich gewesen, sagte Staatsanwalt Brice Robin.

Unter den zwölf im Saarland festgesetzten Hooligans sind den Behörden zufolge neun Deutsche, deren Namen sich in der Gewalttäterdatei Sport finden. Sie dürften die Bundesrepublik in der nächsten Zeit nicht verlassen. Zudem seien drei Polen erwischt worden, bei denen die Beamten Gegenstände sicherstellten, die unter das Waffengesetz fallen.

Die Partie zwischen Deutschland und Polen war als Risikospiel angesetzt worden. Doch die gefürchteten Ausschreitungen blieben zunächst aus. Am frühen Abend zogen immer größer werdende Gruppen deutscher und polnischer Fans in Richtung Stadion. Die Gesänge waren laut, aber die Stimmung friedlich. Auch nach dem "Battle of Britain" zwischen England gegen Wales (1:0) im nordfranzösischen Lens stand am Donnerstag das feucht-fröhliche Feiern im Vordergrund.

"Bis jetzt gibt es keine Gewalt, keinen Schwerverletzten", sagte die Präfektin des Départements Pas-de-Calais, Fabienne Buccio. "Es ist eine Party geblieben." Es habe 14 Festnahmen gegeben, acht davon wegen Trunkenheit. Nur drei Festgenommene kamen demnach in Polizeigewahrsam und müssen mit einem juristischen Nachspiel rechnen.

Keine Maßnahmen


Am Mittwoch waren rund um die Partie Russland gegen Slowakei insgesamt 36 Fans festgenommen und 50 Personen leicht verletzt worden, wie die Behörden mitteilten. Die Uefa verzichtete aber auf weitere Maßnahmen gegen die vom EM-Ausschluss bedrohten Russen, auch weil die Konflikte außerhalb des Stadions waren. Seit Beginn der Europameisterschaft hat die französische Polizei 323 Menschen vorläufig festgenommen. Dabei ging es insbesondere um Gewalttaten, Diebstahl oder Sachbeschädigung, wie das Innenministerium am Donnerstag in Paris mitteilte.
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