Fußball-EM 2016
Bloß nicht sorglos

Manuel Neuer warnt vor Sorglosigkeit, ist aber auch optimistisch, was die Aufgabe gegen die Slowakei betrifft. Bild: dpa

Ab jetzt darf sich der Weltmeister keine Aussetzer mehr erlauben. Vor der Partie gegen den Außenseiter Slowakei appellieren die Chefs vor allem an die Konzentration.

Évian-les-Bains. Die K.-o.-Runden-Botschaft ist klar: Nur kein Leichtsinn. Vor der Pflichtaufgabe der deutschen Nationalmannschaft im EM-Achtelfinale gegen die Slowakei warnte der bisherige Turnierkapitän Manuel Neuer eindringlich vor Sorglosigkeit. "Natürlich ist es eine andere Drucksituation", betonte Welttorhüter Neuer vor dem Start in die K.-o.-Runde am Sonntag (18.00 Uhr/ZDF) in Lille. "In einem Spiel kann immer alles passieren. Wir dürfen keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen", ergänzte der 68-malige Fußball-Nationalspieler.

Nach vorne effektiver


Die Trainer werden in den verbleibenden Stunden bis zum Anstoß im Stade Pierre-Mauroy jedes Detail durchgehen, um von der Slowakei nicht wie beim Test in der EM-Vorbereitung (1:3) böse überrascht zu werden. Die Hauptaufgabe auf dem neu verlegten Rasen in Lille hat Löw bereits ausgegeben: Sein Team soll defensiv die Stabilität behalten und nach vorne effektiver operieren. "Wir müssen vor dem Tor zielstrebiger und konsequenter sein", forderte der Chefcoach.

Nach einem von Löw spendierten Erholungs- und Wellnesstag begann am Freitag im Trainingsstadion Camille Fournier von Évian-les-Bains die praktische Vorbereitung auf das erste Alles-oder-nichts-Spiel in Frankreich. Der an einer Muskelverhärtung in der rechten Wade leidende Boateng absolvierte ein Sonderprogramm unter der Leitung von Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (siehe Bericht Seite 9). Angesichts des schwierigen Turnierweges mit einem möglichen Viertelfinale gegen Spanien oder Italien und einem programmierten Halbfinale gegen Gastgeber Frankreich oder England muss Löw das Risiko eines Boateng-Einsatzes genau beurteilen. Zwar würde der Bundestrainer ungern das starke Duo Boateng/Hummels sprengen. Andererseits könnte der bislang bärenstarke Boateng in den Duellen gegen folgende Weltklassegegner noch wertvoller sein.

Natürlich hat sich der Stab um Löw bereits mit Alternativlösungen beschäftigt. "Wir haben Vertrauen zu den Jungs, die dahinter sind", betonte Assistent Thomas Schneider. Er führte den Schalker Benedikt Höwedes und danach Shkodran Mustafi vom FC Valencia als Optionen auf.

Höwedes musste beim jüngsten 1:0 gegen Nordirland seinen Startplatz als Rechtsverteidiger an den offensivstärkeren Joshua Kimmich abgeben, ersetzte aber in der Schlussphase bereits Boateng. "Gegen Nordirland haben die Außenverteidiger sehr hoch gestanden. Das ist immer abhängig davon, gegen wen wir spielen. Mal schauen, wie es gegen den nächsten Gegner aussieht", sagte Kimmich am Freitag. Ein Vergleich mit dem 2014 als Nationalspieler zurückgetretenen Philipp Lahm, der von einigen Medien schon gezogen wurde, macht für den 21 Jahre alten Kimmich "wenig Sinn". Lahm sei der beste Außenverteidiger der Welt, betonte der gebürtige Baden-Württemberger: "Er hat es jahrelang bestätigt. Ich habe gerade die erste Saison in der Bundesliga gespielt und die ersten Spiele hier bestritten."
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