Fußball-EM 2016
Dank Brady ins Achtelfinale

Der Ire Jeff Hendrick (rechts) attackiert Ciro Immobile. Die Italiener waren schon vor dem Spiel als Gruppenerster für das Achtelfinale qualifiziert. Bild: dpa

Lille. Robbie Brady hat Irland erstmals in die K.-o.-Runde einer Fußball-EM geschossen und Italien vor dem Achtelfinal-Klassiker gegen Spanien die Laune verdorben. Die Boys in Green siegten am Mittwoch vor 44 268 Zuschauern in Lille dank einer mutigen Leistung 1:0 (0:0) gegen Italiens B-Elf und zogen damit in die nächste Runde ein. Brady traf in der 85. Minute zum zweiten irischen Pflichtspielsieg gegen die Azzurri nach 22 Jahren. Irland trifft am Sonntag (15.00 Uhr) auf Gastgeber Frankreich. Italien hingegen geht mit einem Negativ-Erlebnis in die Neuauflage des Finals von 2012 gegen Spanien und muss sich am Montag gegen den Titelverteidiger deutlich steigern. Bei geschlossenem Stadiondach und schwülen Bedingungen im Stade Pierre Mauroy von Lille war Italiens Fußballern die fehlende sportliche Brisanz anzumerken: Der EM-Finalist von 2012 stand nach Siegen gegen Belgien und Schweden schon vor der Partie sicher als Gruppenerster fest. Der eingewechselte Lorenzo Insigne vergab in der 77. Minute mit seinem Pfostentreffer die beste italienische Chance des Spiels, wenig später traf der 24-Jährige von Norwich City und versetzte die etwa 25 000 irischen Fans in Ekstase.

Von Italien kam in der Offensive gewohnt wenig, das nicht eingespielte Team verlegte sich auf die Defensive. Irland hatte zwar mehr Ballbesitz, fand aber kein passendes Mittel um Torgefahr zu entwickeln. Erst kurz vor dem Pfiff wurde die Partie interessanter: Nach 43 Minuten hatte Italien seine erste Torchance: Der ehemalige Dortmunder Ciro Immobile setzte seinen Schuss nach irischem Querschläger links neben das Tor. Auf der Gegenseite versagte Schiedsrichter Ovidiu Hategan (Rumänien) Irland einen möglichen Strafstoß, als Federico Bernardeschi McLean zu Fall brachte.

Zu Beginn der zweiten Hälfte nahm das Spiel dann Fahrt auf: Simone Zazas Volleyschuss ging knapp über die Latte. Auf der Gegenseite hätte Seamus Coleman beinahe den Aussetzer von Thiago Motta zur irischen Führung genutzt, doch Angelo Ogbonna ging gerade noch rechtzeitig dazwischen. Danach verflachte die Partie wieder.
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