Fußball-EM 2016
David de Gea oder Iker Casillas

David de Gea (links) und Iker Casillas im Training: Wer im ersten EM-Gruppenspiel gegen Tschechien das spanische Tor hütet, ist noch offen. Bild: dpa

Saint-Martin-de-Ré. "Geschichte schießt keine Tore": Die Mahnung auf den Sichtblenden an Spaniens Trainingsplatz in Saint-Martin-de-Ré wird dem Titelverteidiger nicht verborgen geblieben sein. "La Roja" strebt bei der Fußball-Europameisterschaft den dritten EM-Triumph hintereinander an. Doch wie schnell die Lorbeeren der Vergangenheit welken, hat der Weltmeister von 2010 vor zwei Jahren beim WM-Vorrunden-Aus in Brasilien erlebt.

Im ersten Gruppenspiel am Montag (15 Uhr/ARD) gegen Tschechien in Toulouse wird man sehen, was die Iberer wirklich drauf haben. Und ob die Mannschaft die Skandal-Schlagzeilen um Torhüter David de Gea weggesteckt hat.

Für Vicente del Bosque ist der Titel "das Ziel, aber keine Verpflichtung". Der 65 Jahre alte hochdekorierte Erfolgscoach könnte sich durch das ganz große Portal von der internationalen Bühne verabschieden, auch wenn sein Abgang noch nicht offiziell ist. "Wir sind nicht so vermessen zu sagen, dass wir hier gewinnen", sagt er.

Bereits vor dem ersten Spiel musste sich der Weltmeister von 2010 im Krisenmanagement üben: Torwart de Gea ist in einen Skandal um einen Porno- und Zuhälterring verwickelt, auch wenn sich der 25-Jährige dagegen wehrte und von einer "Lüge" spricht. Der Fall könnte jetzt seinem Rivalen Iker Casillas zugute kommen. Der Kapitän, Rekordnationalspieler (167 Länderspiele/93 Gegentore) und fünfmaliger "Weltfußballer des Jahres" hat beim FC Porto eine durchwachsene Saison gespielt und seine beste Zeit wohl hinter sich.

Noch keine Entscheidung


De Gea zählt zu den besten Torhütern der Premier League und schien zuletzt die Nase vorn zu haben. Sein Teamkollege Pedro Rodriguéz glaubt nicht, dass der Schlussmann wegen der Skandal-Schlagzeilen um seine Chancen bangen muss. Del Bosque werde die Torhüterfrage entscheiden - "und diese Nachricht wird ihn überhaupt nicht in seiner Entscheidung beeinflussen". Der Trainer selbst ließ auch bei der Abschlusspressekonferenz offen, wer zwischen den Pfosten steht.

Der Titel ist das Ziel, aber keine Verpflichtung.Vicente del Bosque, Trainer von Titelverteidiger Spanien
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