Fußball-EM 2016
Die Furcht vorm Titelverteidiger

Pedro Rodriguez (rechts) spielt mit seinem Söhnchen: Der spanische Ersatzspieler sorgt für Wirbel im Team. Dabei läuft es beim Europameister eigentlich prächtig. Bild: dpa

EM-Favoriten wie Deutschland schauen mit Argusaugen darauf, wann sich ihr Weg mit Spanien kreuzen könnte. Der Titelverteidiger will als Gruppenerster weiterkommen. Aber Kroatien dürfte eine deutlich größere Herausforderung werden als zuletzt die Türkei.

Saint-Martin-de Ré. Nach dem glanzvollen Einzug ins Achtelfinale genoss Spaniens Mannschaft erstmal einen Frauen- und Familientag. Der ansonsten eher scheue Superstar Andrés Iniesta postete sogar ein Foto vom Strand der Ile de Ré, das ihn freudestrahlend mit Gattin Anna und den Kindern Valeria (5) und Paolo Andrea (1) zeigt.

Auf dem Trainingsplatz in Saint-Martin-de-Ré ging es dann schnell wieder heiß her. Der Titelverteidiger will gegen Kroatien am Dienstag (21 Uhr/ARD) in Bordeaux den Gruppensieg bei der Fußball-EM perfekt machen. Dann wäre auf dem Turniertableau der wohl leichtere Weg Richtung Finale offen.

Gala gegen die Türkei


Spätestens mit der 3:0-Gala gegen die Türkei hat sich "La Furia Roja" mächtig Respekt verschafft. Gegen Kroatien würde ein Unentschieden reichen, um dem großen Rivalen Italien im Achtelfinale aus dem Weg gehen - falls sich die Squadra Azzurra ebenfalls in ihrer Gruppe durchsetzt. Als Erster würden die Iberer auf einen Gruppendritten treffen. Alle anderen Favoriten würden Spanien lieber später als früher zum Gegner haben. "Ich habe Spanien gegen die Türkei gesehen. Da haben sie es gut gemacht. Spanien macht es immer gut", sagte Bundestrainer Joachim Löw. Falls die Spanier weiter siegen und Deutschland nur als Gruppenzweiter in die K.-o.-Spiele einziehen würde, droht dem Weltmeister bereits im Viertelfinale eine Neuauflage des EM-Endspiel von 2012. Derzeit ist der Europameister von 2008 und 2012 in Frankreich so ziemlich das Gegenteil von dem, was man im Fußball als Wunschgegner bezeichnet.

"Ich kann mich noch gut erinnern: Die Spanier waren auch bei der WM 2014 eine klasse Mannschaft, obwohl sie zeitig ausgeschieden sind", sagte Löw. Die Erfolge der Clubmannschaften von Real und Atlético Madrid sowie des FC Sevilla in den europäischen Clubwettbewerben sprächen für sich. "Spanien hat diesen Spielstil, diese Laufwege über Jahre geprägt", erklärte der Bundestrainer, der 2012 beim 0:1 im Finale eine bittere Lehrstunde erhalten hatte. "Man sieht, dass die spanischen Mannschaften diese Dinge häufig trainieren von klein auf. Das sind Automatismen."

Sein Kollege Vicente del Bosque ist der Meinung, dass es einigen seiner Stars gut getan hat, "dass sie sich im Ausland durchsetzen mussten". Zum Beispiel der neue Torjäger Alvaro Morata von Juventus Turin. Oder David Silva, der bereits 2008 dabei war und auch beim WM-Triumph 2010. Der Offensivmann von Manchester City steht vor seinem 102. Länderspiel und ist in der Form seiner Lebens.

"Wir sind der amtierende Europameister und es ist normal, dass man uns als Favorit sieht", sagte Silva. "Wir stehen mit beiden Beinen auf dem Boden, wir sind ruhig und hoffen, dass wir so weitermachen."

Spanien macht es immer gut.Bundestrainer Joachim Löw
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