Fußball-EM 2016
Ein Land feiert seine Helden

Triumph-Fahrt durch Lissabon: Tausende Fans feierten den neuen Europameister Portugal nach der Ankunft. Bild: dpa

Seinen größten Triumph feiert Cristiano Ronaldo als Anpeitscher am Spielfeldrand. Nach dem ersehnten EM-Titel Portugals schwärmen die Teamkollegen von seiner Gewinner-Mentalität. Auch dem Siegtorschützen flüstert der verletzte Ronaldo die entscheidenden Worte ein.

Saint-Denis. Auch den nächsten großen Auftritt mit der herbeigesehnten Trophäe ließ sich Cristiano Ronaldo nicht nehmen. Als erster von Portugals EM-Helden stieg der verletzte, aber glückselige Superstar neben Trainer Fernando Santos in Lissabon aus dem Flieger und präsentierte um 12.51 Uhr den Pokal.

"Ich liebe dich"


Anschließend genossen Ronaldo & Co. in offenen, rot-grünen Bussen mit der Aufschrift "Campeões" den Jubel Zehntausender Fans und wurden im Belém-Palast von Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa gewürdigt. "Die Selecção hat ein Beispiel dafür gegeben, dass man mit Mut, Entschlossenheit, Kampfeswillen, Bescheidenheit und Teamgeist zum Erfolg finden kann", sagte der Staatschef. Wie viel dieser erste Titel Portugals Kapitän Ronaldo nach seinem Tränen-Drama im Finale bedeutet, zeigt auch ein Foto, auf dem er den Cup an Bord der Maschine aus Frankreich wie ein Baby im Arm hält und dies mit nur zwei Worten kommentiert: "Te amo" ("Ich liebe dich").

Nach seinem Abend der Extreme beim 1:0 nach Verlängerung über Frankreich führte Ronaldo bereits die Polonaise zur portugiesischen Titel-Party an. Tanzend verschwanden er und seine Teamkollegen kurz vor halb drei in die Pariser Nacht und schmetterten am Ziel der Träume angekommen beim Abgang aus dem Stade de France noch ein Lied in Richtung ihrer Kritiker: "Es ist egal, ob wir gut oder schlecht spielen - wichtig ist, dass wir den Pokal nach Portugal bringen."

Selbst zwei Stunden nachdem er den EM-Pokal mit einem befreienden Schrei in den Himmel stemmte, glitzerten Ronaldos Augen immer noch voller Freudentränen. "Das ist einer der schönsten Momente meiner Karriere", schwärmte der 31-Jährige. "Das ist ein einzigartiger Tag."

Mit einer Manschette um das nach einem harten Einsteigen von Dimitri Payet lädierte linke Knie empfahl sich der designierte Weltfußballer 2016 zudem für den Titel des Trainers des Jahres. Die personifizierte Ich-AG des Weltfußballs vollendete seinen größten Triumph als Teamplayer.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.