Fußball-EM 2016
"Equipe tricolore" will den Heimtitel

Atlético Madrids Topstürmer Antoine Griezmann soll es bei der Heim-EM für die Franzosen richten. Nach seiner Suspendierung durch den französischen Fußballverband bis Ende 2013 nimmt der 25-jährige zum ersten Mal an einer Europameisterschaft teil. Bild: dpa

Ohne ihren Toptorjäger geht die französische Nationalmannschaft in das Heim-Turnier. Stattdessen will die Équipe tricolore mit einem bekannten Namen aus dem Champions-League-Halbfinale zum dritten Mal den Heimvorteil nutzen.

Paris. Einer der Besten darf vor heimischem Publikum nicht mitspielen. Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps verzichtet bei der EM auf Toptorjäger Karim Benzema nach dessen Verwicklung in eine Erpressungsaffäre. Das war auch im Sinne von Frankreichs politischer Führung.

Benzema zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung des französischen Trainers. "Sie sagten mir, dass ich nicht nominiert werden kann, in Ordnung. Aber auf sportlicher Ebene verstehe ich das nicht. Und auf juristischer Ebene gelte ich solange als unschuldig, bis meine Schuld erwiesen ist", äußerte sich der 81-fache Nationalspieler.

Andere müssen es nun richten. Einer wie Antoine Griezmann, der Bayern-Schreck aus dem Champions-League-Halbfinale gegen Atlético Madrid, soll eine Lösung sein.

Auch ohne Bezema hat die Équipe tricolore das Zeug, wie 1984 bei der EM und 1998 bei der WM den Heimvorteil zu nutzen und nach anderthalb Jahrzehnten wieder einen Titel zu holen. Vor allem aber will sich das Team diesmal wieder als Einheit präsentieren: Gleichheit und Brüderlichkeit. Ein neuerlicher Skandal wie bei der WM 2010 wäre unerträglich für die Grande Nation.

Die Anschläge im November 2015 haben das Team, das zum größten Teil in den europäischen Topligen sein Geld verdient, noch näher zusammenrücken lassen. Die Mischung stimmt, erfahrene Kräfte wie Kapitän Hugo Lloris im Tor, Laurent Koscielny oder Olivier Giroud, dazu Spieler wie Bayerns Kingsley Coman oder Reals Raphaël Varane, die trotz jüngerer Jahre schon einiges vorzuweisen haben. Am 10. Juni zum Auftakt gegen Rumänien sollen sie alle es zeigen - ohne Benzema.

Aufgebot

Tor: 1 (Rückennummer) Hugo Lloris (Tottenham), 16 Steve Mandanda (Olympique Marseille), 23 Benoît Costil (Stade Rennes)

Abwehr: 2 Christophe Jallet (Olympique Lyon), 3 Patrice Evra (Juventus Turin), 4 Adil Rami (FC Sevilla), 13 Eliaquim Mangala (Manchester City), 17 Lucas Digne (AS Rom), 19 Bacary Sagna (Manchester City), 21 Laurent Koscielny (FC Arsenal), 22 Samuel Umtiti (Olympique Lyon)

Mittelfeld: 5 N'Golo Kante (Leicester City ), 6 Yohan Cabaye (Crystal Palace), 12 Morgan Schneiderlin (Manchester United), 14 Blaise Matuidi (Paris Saint-Germain), 15 Paul Pogba (Juventus Turin ), 18 Moussa Sissoko (Newcastle United)

Angriff: 7 Antoine Griezmann (Atlético Madrid), 8 Dimitri Payet (West Ham), 9 Olivier Giroud (FC Arsenal), 10 André-Pierre Gignac (UANL Tigres/ Mexiko), 11 Anthony Martial (Manchester United), 20 Kingsley Coman (FC Bayern München)

Trainer: Didier Deschamps
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