Fußball-EM 2016
Familienbesuch für Ungarns Helden

Die Deutschen geben bei den Ungarn erfolgreich den Ton an: Coach Bernd Storck (rechts) und Assistent Andreas Möller sind mit ihrem Team auf dem besten Weg ins Achtelfinale. Bild: dpa

Marseille. Am Tag nach dem Last-Minute-Remis gegen Island gönnte Bernd Storck seinen ungarischen Fußball-Helden endlich einmal ein bisschen Freizeit. Im Anschluss an das morgendliche Training öffnete der deutsche Trainer des EM-Überraschungsteams am Sonntag die Pforten des schmucken Spa und Golf Ressorts Terre Blanche im kleinen Provence-Städtchen Tourrettes für die Familien der Spieler. "Das haben sich die Jungs mehr als verdient", sagte Storck. Schließlich haben die Magyaren schon jetzt mehr erreicht, als ihnen viele vor ihrer ersten Europameisterschaft seit 44 Jahren zugetraut hatten.

Das wegen des späten Ausgleichtreffers glückliche 1:1 gegen Island am Samstag in Marseille war am Ende verdient. Die Ungarn führen die Gruppe F nach zwei Spieltagen unerwartet mit vier Punkten vor Island und Portugal (je 2) sowie Österreich (1) an und stehen vor dem Einzug ins Achtelfinale. "Der Traum geht weiter", titelte die ungarische Sportzeitung "Nemzeti Sport". "Vier Punkte - wenn mir das vor dem Turnier jemand gesagt hätte, ich hätte es nicht für möglich gehalten", sagte Storck. Für den früheren Bundesliga-Profi von Bochum und Dortmund sind die Resultate in Frankreich das Ergebnis harter Arbeit. Drei Wochen lang zog Storck seine Spieler in zwei Trainingslagern zusammen, wählte mit Afrikameister Elfenbeinküste und WM-Champion Deutschland bewusst zwei starke Testspielgegner aus.

Traurig in der Kabine


Während Storck mit seinem Team beschwingt zurück ins Teamquartier reiste, waren die Isländer tief enttäuscht. Nachdem Gylfi Sirgurdsson sie mit einem umstrittenen Foulelfmeter in der 40. Minute in Führung gebracht hatte, tat der Ausgleich durch ein Eigentor von Birkir Saevarsson und der knapp verpasste EM-Sieg besonders weh. "Wenn du siehst, wie traurig die Jungs in der Kabine sitzen, dann war dieses Remis für uns wie eine Niederlage", sagte Islands Kolbeinn Sigthorsson.
Weitere Beiträge zu den Themen: EM2016 (336)Ungarn gegen Island (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.