Fußball-EM 2016
Ibrahimovic leitet Remis ein

Zlatan Ibrahimovic (links) zog vor seinem "Heimspiel" die Aufmerksamkeit auf sich. Obwohl er den Ausgleich einleitete, war der Star von Paris St. Germain mit seiner Leistung aber unzufrieden. Bild: dpa

Saint-Denis. Nach dem enttäuschenden Remis zum EM-Auftakt nahm Schwedens Trainer Erik Hamrén seinen Superstar Zlatan Ibrahimovic in Schutz. "Als Stürmer brauchst du Unterstützung. Unser Angriffsspiel war nicht gut", kritisierte der Coach in den Katakomben des Stade de France nach dem mühsam gesicherten 1:1 (0:0) gegen überraschend mutige Iren. Und: "Er war an unserem Tor beteiligt", merkte Hamrén an. Ibrahimovic selbst war eher missmutig vom Rasen gestapft und sagte trotzig: "Ich habe getan, was ich konnte, wenn man bedenkt, wie viele Pässe ich bekommen habe. Aber ich kann viel besser spielen."

Mit einem einzigen energischen Vorstoß hatte Ibrahimovic Schweden vor einer peinlichen Auftaktpleite bewahrt. Der Superstar erzwang mit seiner Flanke das Eigentor von Ciaran Clark in der 71. Minute und verhinderte damit den ersten Sieg Irlands bei einer EM seit 28 Jahren. Im Stade de France von Saint-Denis hatte Wes Hoolahan mit einem sehenswerten Dropkick (48.) die erstaunlich spielfreudige Elf von Trainer Martin O'Neill mit 1:0 in Führung gebracht.

Vor 73 419 Zuschauern enttäuschten die Schweden um ihren exzentrischen Stürmer Ibrahimovic lange Zeit und durften am Ende mit dem Remis zufrieden sein. Schwedens Coach Hamrén war allerdings nicht so recht glücklich: "Wir fühlen uns enttäuscht, obwohl wir ein Remis geholt haben. Wir müssen 300 Prozent geben in den nächsten Spielen."

Auch sein Kollege O'Neill war nach der guten Leistung seines Teams enttäuscht: "Wir standen defensiv sehr gut und hätten den Sieg verdient gehabt", befand Martin O'Neill.

Irland startete erfrischend offensiv in die Partie und hatte durchaus gute Möglichkeiten. Beim Rechtsschuss von Jeffrey Hendrick musste sich Schwedens Keeper Andreas Isaksson strecken (10.). Kurze Zeit später verpasste John O'Shea eine Kopfballvorlage von Clarke nur um Zentimeter.

Mit Spannung wurde der Auftritt von Ibrahimovic erwartet. Der Mittelstürmer, der noch beim benachbarten französischen Meister Paris St. Germain unter Vertrag steht, hatte quasi ein Heimspiel. Bei seinen bisherigen drei EM-Endrunden konnte sich der mittlerweile 34-Jährige jeweils in die Torschützenliste eintragen.

Irlands Offensivbemühungen wurden nach der Pause belohnt. Eine perfekte Flanke von Coleman führte zum 1:0: Hoolahan traf den Ball per Dropkick aus elf Metern. Dann schlug doch noch die Stunde von Ibrahimovic: Seine Flanke von der Grundlinie köpfte Clarke ins eigene Tor.

Ich habe getan, was ich konnte, wenn man bedenkt, wie viele Pässe ich bekommen habe. Aber ich kann viel besser spielen.Zlatan Ibrahimovic
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