Fußball-EM 2016
Italienisches Tränen-Meer

Bordeaux. Inmitten der Tränen, Enttäuschung und Trauer nach Italiens schmerzhaftem EM-Aus wagte Antonio Conte eine Prognose für die Zukunft. "Wir lassen unverwischbare Spuren und ich hoffe, dass die eines Tages Früchte tragen", sagte der Fußball-Nationaltrainer nach dem bitteren 6:7 nach Elfmeterschießen im EM-Viertelfinale gegen Deutschland. Contes Zeit als Nationalcoach endet mit dem Ausscheiden, er wechselt nun zum FC Chelsea. Und trotz seines Optimismus ist klar: Auf Italiens Fußball kommt eine Zeit des Umbruchs zu.

Statt der Gedanken an die Zukunft überwog bei den Azzurri zunächst die Enttäuschung über den knappen K.o. nach insgesamt 18 Elfmetern. "Es ist enorm enttäuschend, weil wir wirklich alles gegeben haben", sagte der Ex-Wolfsburger Andrea Barzagli, der im italienischen Fernsehen in Tränen ausbrach. Teamkollege Gianluigi Buffon wischte sich nach dem letzten Elfmeter von Deutschlands Jonas Hector ebenfalls Tränen aus dem Gesicht. "Eine solche Niederlage ist hart, ein Schock. Das tut wirklich weh", sagte der 38-Jährige.

"Zu viele Fehler"


In ihrem fünften EM-Elfmeterschießen scheiterte die Squadra Azzurra zum dritten Mal, weil mit Simone Zaza, Graziano Pellè, Leonardo Bonucci und Matteo Darmian gleich vier Schützen nicht verwandelten. "Verdammtes Elfmeterschießen", titelte die "Gazzetta dello Sport" noch in der Nacht in ihrer Online-Ausgabe.

"Schade, dass wir in dieser Lotterie zu viele Fehler gemacht haben", meinte Bonucci, der Italien mit seinem verwandelten Handelfmeter (78. Minute) nach dem Führungstor von Mesut Özil (65.) ins Elfmeterschießen gebracht hatte.

"Wir haben an diesen Traum geglaubt und die Enttäuschung in der Umkleidekabine war sehr groß", gab Conte zu. Mittelfeldspieler Marco Parolo meinte: "Jetzt überwiegt die Enttäuschung, aber ich denke, dass wir später stolz sein können auf das, was wir erreicht haben."
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