Fußball-EM 2016
Jubel um "Nationalheld" Payet

Dimitri Payet war der Held beim 2:1-Sieg von EM-Gastgeber Frankreich im Eröffnungsspiel gegen Rumänien. Kurz vor Schluss erlöste Payet die Équipe tricolore. Bild: dpa

Die erste Last ist abgefallen. Der Weg zum Heim-Titel ist für die Équipe tricolore aber noch lang. Angeführt vom umjubelten Siegtorschützen Dimitri Payet muss und will sich das Team steigern. Gegen den kommenden Gegner gibt es etwas gutzumachen.

Clairefontaine. Frankreichs neuer Fußball-Botschafter Dimitri Payet kostete seinen unvergesslichen Glücksmoment auch zwei Tage später noch aus. Im kommenden EM-Spiel will der gefeierte "Nationalheld" mit der Équipe tricolore aber schon den nächsten Schritt zu ewigem Ruhm machen. "Es ist sehr wichtig für uns, einen Dimitri Payet in großartiger Form zu haben", betonte Trainer Didier Deschamps am Sonntag im französischen Sender TF1.

Beim 2:1-Arbeitssieg gegen Rumänien im Eröffnungsmatch der Fußball-EM war von der gefürchteten Offensiv-Finesse mit Ausnahme von Payet nicht so viel zu sehen. Doch Bundestrainer Joachim Löw rechnet damit, dass die Franzosen im Laufe des Turniers immer stärker werden: "Die werden sich mit Sicherheit weiter steigern."

"Payet président"


Angeführt vorerst von Payet, dem am Sonntag auch im heimatlichen Réunion im Indischen Ozean die Titelseiten der Zeitungen gehörten: "Payet président", schrieb "Le Quotidien". Über 9000 Kilometer entfernt ließ sich der 29-Jährige im EM-Quartier in Clairefontaine gut gelaunt vom Sender TF1 interviewen. Zuvor hatte er noch fix per Instagram allen einen schönen Tag gewünscht und ein Foto dazugestellt, das ihn beim Jubel nach dem spektakulären Tor in der 89. Minute zeigte. Die Konzentration gilt aber schon der nächsten Aufgabe bei der Mission Heim-Triumph. Am Mittwoch in Marseille kann Frankreich gegen Albanien bereits die Achtelfinal-Teilnahme perfekt machen.

Gegen den Balkanstaat hatte Payet vor zwölf Monaten am 13. Juni 2015 sein letztes Länderspiel bestritten, ehe er in der EM-Saison von Nationalcoach Didier Deschamps nach nur 15 Einsätzen in fünf Jahren wieder berufen worden war. "Wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dass ich hier stehen würde nach so einem Spiel, hätte ich ihm wohl gesagt: Sie sind krank", meinte Payet nach seinem herausragenden Auftritt zum Auftakt, der auch wegen seiner Tränen bei der Auswechslung unter dem tosenden Applaus der 80 100 Zuschauer im Stade de France in Erinnerung bleiben wird.

Es war eben dieser Payet, berühmt für exzellente Freistöße, berüchtigt einst ob einer gewissen Launenhaftigkeit in seiner Auf-und-ab-Karriere, der die Franzosen mit seinem Traumtor und seinen Tränen in einen fußballerischen Taumel der Glückseligkeit stürzte. "Mit seinen Tränen zeigt er letztlich, wozu Frankreich fähig ist", betonte Sportminister Patrick Kanner. "Dieser entscheidende Sieg, so bedeutend nach zwei Jahren des Wartens, war eine Freude und eine Qual. Aber er tut verdammt gut", schrieb die Sportzeitung "L'Équipe".

Albanien nächster Gegner


Payet allein kann es nicht richten. Er befreite aber sich und seine Mitspieler von einem immensen Druck. "Erleichterung" habe man verspürt, betonte Sturmpartner Olivier Giroud, der die Franzosen in Führung gebracht hatte. "Ich kann nachvollziehen, warum er weinen musste", meinte Abwehrspieler Adil Rami über Payets Tränen. Nach großem Jubel sei der Mannschaft auch nach der Rückkehr von Paris ins 60 Kilometer entfernte Quartier im Centre National du Football nicht gewesen. Erst langsam sei die Anspannung von der Mannschaft gewichen, berichteten die Spieler. Spätestens bei der Reise nach Marseille wird diese aber wieder da sein. Gegen Albanien kamen die Franzosen in zwei Testspielen seit dem WM-Aus 2014 im Viertelfinale gegen Deutschland nicht über ein Remis hinaus, ein Spiel ging verloren.

Wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dass ich hier stehen würde nach so einem Spiel, hätte ich ihm wohl gesagt: Sie sind krank.Dimitri Payet
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