Fußball-EM 2016
"Keine Freunde, sondern Gegner"

Polens Stürmer Robert Lewandowski (rechts) trifft im Spiel gegen Deutschland auf einige seiner Mannschaftskollegen vom FC Bayern München. Freundschaftlich wird es gegen Jérôme Boateng (links) & Co. aber nicht zugehen. Bild: dpa

Keine Geheimnisse. Robert Lewandowski kennt die deutsche Mannschaft bestens, Joachim Löws Team ist mit dem Kapitän der Polen vertraut. Spannung bietet das Gipfeltreffen der Gruppe C trotzdem.

Paris. Voller Ungeduld fiebert Robert Lewandowski dem intimen EM-Rendezvous mit dem Weltmeister aus Deutschland entgegen. Geheimnisse zwischen dem Kapitän der Polen und der Mannschaft um seine Bayern-Kumpels Manuel Neuer, Jérôme Boateng oder Thomas Müller gibt es schon lange keine mehr.

"Die kennen mich auch sehr gut, wir kennen uns sehr gut. Deutschland hat auf jeder Position super Spieler mit großer Qualität. Egal wer spielt, auf jeder Position ist bestimmt ein super Spieler mit super Technik", sagte der Torschützenkönig des FC Bayern München vor dem mit Hochspannung erwarteten Gruppengipfel am Donnerstag (21.00 Uhr) im Stade de France. "Wir werden morgen keine Freunde sein, sondern Gegner", stellte Lukasz Piszczek von Borussia Dortmund am Mittwoch klar.

Im malerischen La Baule an der Atlantikküste kann Lewandowski beim Golf abschalten. Nach ihrem ersten EM-Sieg ist eine Riesenlast von den mit hohen Erwartungen in die Endrunde gestarteten Polen abgefallen. Lewandowski & Co. wollen unbedingt das Kunststück aus dem Oktober 2014 wiederholen, als der übermächtig scheinende deutsche Nachbar erstmals bezwungen wurde.

"Wir wissen, wie stark Deutschland in diesem Moment ist", betonte der 27 Jahre alte Stürmer vor dem EM-Risikospiel. "Alles kann in diesem Turnier passieren. Wir müssen wirklich ruhig bleiben. Selbstbewusstsein wäre auch sehr wichtig für uns, dass wir in diesem Spiel ohne Angst, ohne Stress spielen können. Wenn wir eine Chance bekommen, können wir etwas schaffen."

Vor allem der Erfolg 2014 soll Kraft geben. "Es war ein historischer Sieg gegen Deutschland, er war sehr wichtig für das Teambuilding. Es war ein wichtiger Schritt in unserer Entwicklung", erzählte Nawalka und fügte schmunzelnd an: "Es war ein sehr wichtiger Sieg, aber wir hatten ihn eingeplant." Er soll nochmals gelingen. Zugleich warnte Nawalka: "Wir spielen gegen eine der besten Mannschaften der Welt." An der Taktik tüftele er noch. "Wir arbeiten noch daran. Wir schauen noch nach einigen Lösungen in der Defensive und im Spielaufbau."

Szczesny nicht fit


Torwart Wojciech Szczesny schafft es nicht zum Deutschland-Spiel. "Für Szczesny gibt es diesmal keine Chance zu spielen", sagte Nawalka.Wie lange der Torwart wegen einer Oberschenkelverletzung ausfällt, sei noch nicht klar. "Wir hoffen auf ihn für das Spiel gegen die Ukraine." Der erste Ersatz für den 26-Jährigen dürfte Lukasz Fabianski von Swansea City sein, der auch die letzten sechs Qualifikationsspiele bestritten hatte.

Im Spiel gegen den Weltmeister wird sich besonders Lewandowski in der Pflicht sehen. "Die polnischen Spieler müssen sich zeigen, sie wollen sich zeigen. Es geht um's Prestige, vor allem für Lewandowski. Er war zweimal Bundesligatorschützenkönig, hat für Dortmund gestürmt, spielt jetzt für Bayern München, er will sich präsentieren", erklärte der frühere polnische Nationalspieler Tomasz Hajto. "Er will auch seinem Land etwas beweisen. Für die Psyche von Robert ist das ein sehr wichtiges Spiel. Und für Polen ist es eine Probe, wie weit die Mannschaft wirklich ist."

Wir wissen, wie stark Deutschland in diesem Moment ist.Robert Lewandowski
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